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Chronische Herzinsuffizienz

„Interdisziplinarität und engmaschiges Monitoring erforderlich“

2018

Portrait PD Dr. med. Martin Stockburger
PD Dr. med. Martin Stockburger

PD Dr. med. Martin Stockburger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I mit dem Schwerpunkt Kardiologie in den Havelland-Kliniken und Mitglied der Arbeitsgruppe (AG) 33 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, über die Voraussetzungen für einen langfristigen Therapieerfolg bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz.

Dr. Stockburger, viele Herzinsuffizienz-Patienten werden heutzutage mit einem Implantat versorgt, zum Beispiel mit einem System zur kardialen Resynchronisationstherapie, kurz CRT. Worauf kommt es dabei an?

Wichtig bei CRT-Systemen ist die Nachsorge: Das Gerät muss regelmäßig kontrolliert und die gespeicherten Informationen über den Zustand des Herzens und des Implantats systematisch ausgewertet werden. Ziel ist es, eine Verschlechterung des klinischen Status zu erkennen, entsprechende Maßnahmen einzuleiten und so das Therapieergebnis zu verbessern. Dies gelingt effektiver mit Telemonitoring-fähigen CRT-Implantaten. 

Studien haben gezeigt, dass für einen Therapieerfolg eine tägliche Datenübertragung relevant ist. Welchen Stellenwert messen Sie dem Home Monitoring bei?

Einen großen, denn dank Home Monitoring können Daten von überall aus, zu jedem Zeitpunkt automatisch vom Implantat an unsere Klinik gesendet und medizinisch ausgewertet werden. Bei drohenden Verschlechterungen kann frühzeitig interveniert werden, indem zum Beispiel der nachsorgende Kardiologe die Medikamente neu einstellt. Studien zeigen, dass sich mithilfe des Home Monitorings sogar Klinikaufenthalte vermeiden und die Sterblichkeit von CRT-Patienten senken lassen. Allerdings bedarf es hierfür einer lückenlosen Datenübertragung und eines klar strukturierten Patientenmanagements. Entscheidend sind neben standardisierten Behandlungsabläufen klare Verantwortlichkeiten und Handlungsempfehlungen, damit schnell und zielgerichtet gehandelt werden kann. 

Kann jeder Patient an ein Telemedizin-Netzwerk angeschlossen werden?

Theoretisch ja, denn die technischen Voraussetzungen für die Fernüberwachung sind gegeben. Patienten sollten noch vor der Implantation die Möglichkeiten mit dem behandelnden Arzt besprechen. 

Wo es allerdings noch hakt, ist das Thema Finanzierung.

Richtig. Ärzte bekommen die so wichtige Monitoringleistung, das heißt die Beurteilung der Patientendaten aus der Ferne, derzeit leider kaum vergütet – trotz der mehrfach bestätigten Vorteile für den Patienten. Hier ist die Politik gefragt. Neben der Vergütung ist aber auch eine deutlich stärkere Vernetzung der am Behandlungsprozess beteiligten Personen und Einrichtungen notwendig, unabhängig davon, ob diese stationär oder ambulant ansässig sind. Eine zentrale Dokumentation sämtlicher Diagnostik- und Monitoringbefunde sowie aller Therapieschritte in einer elektronischen Patientenakte bildet eine wesentliche Voraussetzung dafür. 

Kontakt

Havelland Kliniken GmbH - Klinik Nauen
Ketziner Straße 21
14641 Nauen
Web: http://www.havelland-kliniken.de

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