Koronare Herzkrankheit

Neuen Ursachen auf der Spur

Von Sarah Schroth · 2018

Ärzte bei einer Operation. Thema koronare Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit und ihre Folgen gehören zu den häufigsten Todesursachen industrialisierter Gesellschaften. Jedes Jahr kostet sie rund 120.000 Deutschen das Leben. Neben Optimierung der Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, gewinnt weltweit auch die Ursachen- und Präventionsforschung an Bedeutung.

Wie ein Kleinkind, das schreit, wenn es Hunger hat, meldet sich auch unser Herz, wenn die Blutzufuhr knapp wird. Engegefühl über der Brust, Atemnot, Schweissausbruch und Todesangst sind typische Symptome der sogenannten Angina Pectoris. Die Beschwerden treten meistens auf, wenn das Herz bei körperlicher Belastung schneller pumpen muss und der Sauerstoffverbrauch steigt. Beschwerden in Ruhe sind ein Alarmsignal, da sie auf einen drohenden Herzinfarkt als Folge der Koronaren Herzkrankheit (KHK) hinweisen können. Die KHK ist keine Erkrankung des Herzmuskels, sondern der sogenannten Koronararterien, die den Herzmuskel kranzförmig umfassen und mit Blut versorgen. Eine Verengung dieser Arterien durch arteriosklerotische Ablagerungen führt zu einer Minderversorgung des Herzmuskels an sauerstoffreichem Blut. Ursachen der KHK sind vielfältig; die wichtigsten Risikofaktoren sind Übergewicht mit hohen Blutfettwerten, Diabetes, Bluthochdruck und Tabakkonsum.

Koronare Herzkrankheit: Verbesserte Diagnose- und Therapiemöglichkeiten 

Was die Diagnostik und Behandlung der KHK angeht, haben die technischen und pharmakologischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zu einer rasanten Entwicklung auf diesen Gebieten geführt. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) oder der Herzgefäße (Koronarangiographie) gehören mittlerweile zu den diagnostischen Standardverfahren. Therapeutisch können Medikamente eingesetzt werden, die den Sauerstoffverbrauch des Herzens senken. Bei Hochrisikopatienten mit Verengungen größerer Gefäße werden Gefäßstützen, sogenante Stents, eingesetzt, um die Koronararterien zu erweitern und offen zu halten. Sowohl Medikamente als auch Stents unterliegen heutzutage laufenden Qualitätskontrollen und Optimierungsprozessen. 

Ein Herz und eine Seele

Neue Erkenntnisse aus dem relativ jungen Fachbereich der Psychokardiologie weisen auf bisher unterschätze Zusammenhänge zwischen Psyche und Herz hin. Entsprechende Studien zeigen, dass neben den erwähnten Risikofaktoren, psychische Erkrankungen und Stress zur Entwicklung und Aufrechterhaltung der KHK beitragen können. Das hat auch entsprechende Konsequenzen für die Therapie: verhaltenstherapeutische Methoden zum Stressmanagement, Ernährungs- und Sportberatung sowie Massnahmen zur Raucherentwöhnung stellen zunehmend wichtigere Bausteine zur Risikoreduktion und Stabilisierung von Herzerkrankungen dar. Weitere Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychokardiologie sind in Zukunft zu erwarten.

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