Pollenallergie

Vom Heuschnupfen zur Herzschwäche

Von Nadin Schley · 2019

Immer wieder warnen Experten, dass viele Allergiker ihre Beschwerden verharmlosen. Insbesondere Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, sollten ihre allergische Erkrankung behandeln lassen. Denn nicht nur Immunsystem und Lunge, sondern auch das Herz kann durch Pollenallergien in Mitleidenschaft gezogen werden.

Niesender Junge vor einem blühenden Feld.
Bleibt die Pollenallergie unbehandelt, kann sie auf Dauer eine Kettenreaktion im Körper auslösen. Foto: iStock/parinyabinsuk

Nicht jeder kann sich über frühlingshafte Temperaturen freuen. Denn mit dem schönen Wetter fliegen auch wieder Pollen durch die Luft. Von den 30 Millionen Menschen, die in Deutschland unter allergischen Erkrankungen leiden, werden rund zwölf Millionen von Heuschnupfen geplagt. Bei weiteren vier Millionen hat sich aus der Pollenallergie ein bronchiales Asthma entwickelt. Viele Allergiker unterschätzen die Gefahr des Heuschnupfens, arrangieren sich mit den lästigen Symptomen wie Fließschnupfen, Niesreiz und juckenden, tränenden Augen. Verheerend, denn dauerhaft unbehandelt, kann er fatale Auswirkungen auf das Herz und Herz-Kreislauf-System haben.

Vorsicht Kettenreaktion

Abgesehen davon, dass Heuschnupfen für die Betroffenen beträchtlichen Leidensdruck mit sich bringt, liegt im Herunterspielen die größte Gefahr. Denn bleibt die Pollenallergie unerkannt und unbehandelt, kann sie auf Dauer eine Kettenreaktion im Körper auslösen. Die Allergie beginnt zu wandern. Nahezu 40 Prozent aller Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, erkranken irgendwann an chronischem bronchialem Asthma. Oft passiert dieser Vorgang schleichend: So leiden viele Allergiker zunächst einige Jahre unter allergischem Dauerschnupfen, bevor asthmatische Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Husten oder Atemnot hinzukommen. Experten bezeichnen diesen Umstand auch als „Etagenwechsel“. In den Bronchien angekommen kann die Allergie Hustenreiz sowie Asthmaanfälle hervorrufen. Überblähte Lungenabschnitte behalten alte Luft in den Bläschen, sodass weniger frische Luft aufgenommen werden kann. 

Folgeschäden der Pollenallergie vermeiden

Ohne entsprechende Behandlung können diese Lungenabschnitte auf das Herz drücken, vor allem auf die rechte Herzkammer. Die Folge: Der Herzmuskel verdickt sich. Laut der Techniker Krankenkasse „stellen ständige Entzündungen nicht nur für die Atemwege selber, sondern für die gesamte Lunge und damit auch für die Blutgefäße ein Problem dar. Der Druck in den Blutgefäßen der Lunge steigt und das Herz muss gegen einen viel größeren Widerstand anpumpen und wird dadurch auf lange Sicht geschwächt.“ Betroffene sollten daher ihren Heuschnupfen frühzeitig behandeln lassen und Maßnahmen treffen. Der Patient sollte die Pollenflugvorhersage beachten und bewährte Präparate nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Nützlich ist auch, durch Sport das Herz zu stärken. Vor allem Ausdauersport trainiert das Herz-Kreislauf-System, fördert die Durchblutung und stärkt den Herzmuskel. Zudem weitet Bewegung an frischer Luft die Bronchien und verbessert damit auch die Herzfunktion.

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