Herzforschung

Neues aus der Forschung

Von Mark Krüger · 2021

Forschung ist das A und O, wenn es darum geht, Krankheiten besser zu verstehen, sie früher zu erkennen und besser therapieren zu können – das gilt auch für den faustgroßen Muskel im Brustkorb, das Herz, und die Gefäße im Körper.

Darstellung eines 3D-Druckers
Mit einem 3D-Biodrucker können zukünftig feine Blutgefäße gefertigt werden. Foto: iStock / Devrimb

Gibt es eine Möglichkeit, feine Gefäße künstlich herzustellen? Haben Nahrungsergänzungsmittel einen Einfluss auf die Herzgesundheit? Können Tätowierungen Herzkranken zum Verhängnis werden? Forschende haben interessante Antworten auf diese Fragen gefunden.

Gefäße aus dem Biodrucker 

Pro Jahr werden in Deutschland rund 45.000 Bypässe gelegt. Bei circa 20 Prozent der Betroffenen sind jedoch keine geeigneten körpereigenen Gefäße vorhanden. Zudem ist fast die Hälfte der Venenbypässe nach etwa zehn Jahren verengt oder verschlossen – Grund für den Kieler Herzspezialist Dr. med. Rouven Berndt mit seinem Team den Prototypen eines 3D-Biodruckers zu entwickeln, mit dem feine Blutgefäße erzeugt werden können. „Der von uns entworfene Druckkopf kann einen Schlauch aus körpereigenen lebenden Endothel- und Muskelzellen drucken.“ In Laborexperimenten haben sich die gedruckten Gefäße bereits bewährt. Der Prototyp soll nun von einem Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt industriell hergestellt werden. 

Herzforschung: Q10 bei Herzinsuffizienz 

Die Q-Symbio-Studie ist eine vom Universitätsklinikum Kopenhagen initiierte Untersuchung, an der Patientinnen und Patienten mit einer schweren Form der Herzinsuffizienz teilnahmen. Ein Teil von ihnen nahm Kapseln mit dem Coenzym Q10 ein, die anderen Placebos. Ergebnis: Probanden, die hochwertiges Q10 einnahmen, hatten einen leistungsstärkeren Herzmuskel. Folglich waren sie deutlich seltener von schweren kardialen Ereignissen betroffen als diejenigen der Placebo-Gruppe. Außerdem wiesen die Q10-Patienten eine um 53 Prozent verringerte Sterblichkeit auf. 

Risikofaktor Tattoo?

Epidemiologischen Studien zufolge kommt es bei 0,5 bis sechs Prozent aller Tätowierten zu einer Infektion. Schwerwiegend können die Auswirkungen für Herzpatienten sein, wenn die Keime in die großen Blutbahnen gespült werden. „Besonders leicht befallen die auf solche Weise eingeschleppten Bakterien erkrankte oder operierte Herzklappen”, sagt Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. „Im Herzen entsteht dann eine sogenannte Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut. Diese Infektion ist lebensbedrohlich und endet häufig mit einer Herzoperation oder gar dem Tod.“ Daher sollten insbesondere Menschen mit angeborenen Herzfehlern sowie Herzklappenerkrankungen auf Tattoos verzichten.

Wussten Sie schon, dass …

... Vitalstoffe für unser Immunsystem unerlässlich sind, um Infekte zu überwinden, die Leistungsfähigkeit zu steigern und vor Langzeitfolgen einer Infektion zu schützen?

… je besser die Bioverfügbarkeit ist, umso besser kann der Körper die enthaltenden Vitalstoffe verwerten?

... Nahrungsergänzungsmittel (NEM) keine Medikamente sind, sondern rechtlich als Lebensmittel eingestuft werden? Die Wirksamkeit des Produktes muss vom Hersteller nicht nachgewiesen werden.

... Sie darauf achten sollten, dass die Hersteller von NEM dieselben Qualitätsstandards wie bei pharmazeutischen Produkten anlegen und sich freiwillig dem Arzneimittelgesetz (AMG) unterwerfen?

Quelle: Dr. med. E. Schmidt, Facharzt für Allgemein-und Ernährungsmedizin, Ottobrunn, 2020

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