Herzinfarkt

Früherkennung rettet Leben

Von Helen Muhm · 2018

Jährlich erleiden rund 300.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Jeder Dritte endet tödlich, weil Betroffene die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen. Dabei sendet der Körper häufig bereits Tage oder sogar Wochen vorher deutliche Warnsignale aus, wie Forscher aus Philadelphia jetzt herausfanden.

Herz liegt in einer Kinderhand, die in einer Erwachsenenhand liegt.
Die Gesundheit des Herzens liegt in unseren Händen

Ein plötzlicher, starker Schmerz in der Brust, der bis in Hals und Rücken, den Oberbauch und die Arme ausstrahlt. Kalter Schweiß. Ein Engegefühl in der Brust. Übelkeit, Atemnot und Angst. Könnten diese Symptome auf einen Herzinfarkt hinweisen? In der Tat! Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Ein Herzinfarkt entsteht, wenn sich ein Blutgefäß des Herzens durch ein Blutgerinnsel verschließt. Der Herzmuskel arbeitet dann nicht mehr richtig und das ist lebensbedrohlich: Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 80.000 Menschen an einem Herzinfarkt.

Herzinfarkt: Gesunde Lebensweise schützt

Besonders gefährdet sind Übergewichtige, Diabetiker, Bluthochdruckpatienten und Raucher. Menschen, deren Verwandte an Herzerkrankungen leiden, haben ebenso ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann der gefährlichen Erkrankung vorbeugen. Ärzte empfehlen ausreichend Bewegung, insbesondere bei Übergewicht. Zudem gilt es, Stress zu vermeiden und auf eine gesunde Ernährung zu achten. Wer zum Glimmstängel greift, sollte sein Laster aufgeben, denn Rauchen verengt die Blutgefäße, was zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann. 

Schnelle Hilfe ist lebensnotwendig

Erleidet man einen Herzinfarkt, wird versucht, das verschlossene Herzkranzgefäß möglichst schnell wieder durchgängig zu machen und dadurch den Schaden am Herzmuskel so klein wie möglich zu halten. Hier gibt es zwei Ansätze: Bei der primären perkutanen Koronarintervention (PCI) wird der Koronargefäßverschluss mit einem Ballonkatheter geöffnet und ein Stent implantiert. Ist innerhalb von zwei Stunden nach medizinischem Erstkontakt keine primäre PCI möglich, wird die intravenöse Lysetherapie angewendet, bei der Wirkstoffe in die Armvene verabreicht werden, die das Blutgerinnsel auflösen sollen.

Herzinfarkt kündigt sich an

Wie bei vielen Krankheiten kann eine frühzeitige Erkennung auch bei einem Herzinfarkt Leben retten. Forscher des American College of Physicians fanden kürzlich heraus, dass bestimmte Beschwerden bereits bis zu vier Wochen vor einem eigentlichen Herzinfarkt auftreten können. Eine Befragung von mehr als 800 Herzinfarktpatienten sowie deren Angehörigen und Ärzten ergab folgende Symptome: Schmerzen in der Brust, Atembeschwerden, starkes Herzklopfen, plötzlicher niedriger Blutdruck, Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Bauch- oder Rückenschmerzen. Weitere Anzeichen können Schlafstörungen in Verbindung mit heftigem Durst und eine depressive Stimmung sein. Sollten diese Anzeichen bemerkt werden, ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Dr. Heart über die Senkung des Herzinfarkt-Risikos

Herzinfarkt: So leisten Sie Erste Hilfe

  • Sofort den Rettungsdienst (112) alarmieren und den Verdacht auf Herzinfarkt äußern. 

  • Überprüfen von Bewusstsein, Atmung und Lebenszeichen. Bei einem Kreislaufstillstand muss sofort die Herz-Lungen-Wieder- belebung begonnen werden.

  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, ist er schonend zu lagern, das heißt bequem mit erhöhtem Oberkörper.

  • Enge Kleidung bitte öffnen und den Betroffenen gegenüber seiner Umgebung abschirmen. Unruhe, Aufregung und Anstrengung sind unbedingt zu vermeiden.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz e. V., www.drk.de

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