Digitale Transformation in der Medizin

Hightech revolutioniert Gesundheitswesen

Von Tobias Lemser · 2018

Auch wenn handschriftlich geführte Patientenakten ihren Charme haben, zeitgemäß sind sie schon längst nicht mehr. Vielmehr geht es verstärkt darum, Patientendaten zentral zu speichern. Doch was halten die Patienten selbst davon und wie helfen digitalisierte Abläufe bei operativen Eingriffen beispielsweise am Herzen?

Ein Arzt malt ein EKG an eine Scheibe. Symbolbild Digitale Transformation in der Medizin

Elektronische Datenübertragung von Fitness Trackern, Online-Sprechstunde per Videokonferenz oder das Smartphone als Minilabor für die Herz-Diagnostik: Die technischen Möglichkeiten, Patienten und Arzt virtuell in Kontakt zu bringen, haben sich zuletzt immens weiterentwickelt. 

Digitale Transformation in der Medizin

Viele Patienten schätzen den Trend, fortan nicht mehr bei jeder Kleinigkeit in der Arztpraxis aufschlagen zu müssen – was auch die Studie „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ der pronova BKK bestätigt. Wie die im vergangenen Jahr erhobene Befragung ergab, steht ein beträchtlicher Teil der Bundesbürger einem digitalisierten Gesundheitswesen positiv gegenüber. 41 Prozent sehen mehr Vor- als Nachteile. 70 Prozent der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass digitale Angebote gerade im ländlichen Raum die Versorgung verbessern. 

Dass die Daten über Diagnosen, Medikamente und Behandlungen zentral gespeichert werden, um Haus- wie auch Fachärzten jederzeit Informationen über den Gesundheitszustand eines Patienten liefern zu können, begrüßen sogar 77 Prozent. Stichwort elektronische Gesundheitsakte, deren Konzept seit 2011 mit regionalen Modellversuchen getestet wird – mit dem Ziel, die Gesundheitsbranche transparenter und effizienter zu machen. So können Ärzte im Notfall im Krankenhaus nicht nur sofort sehen, welche Vorerkrankungen ein Patient hat. Auch besteht die Möglichkeit, basierend auf den Krankendaten statistische Wahrscheinlichkeiten für Krankheiten zu errechnen.

Quelle: Orphoz, Digitalisierung in Deutschen Krankenhäusern, 2017

Optimierte Logistik bei Herzklappen-OP

Immer wichtiger werden digitalisierte Abläufe ebenso bei operativen Eingriffen, wie etwa der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation. Denn durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Digitalisierung wird die Verfügbarkeit von Operateuren, OP-Sälen und Intensivbetten transparenter. So werden Patienten zum Beispiel nur dann zur OP-Vorbereitung ins Krankenhaus einbestellt, wenn der Eingriff auch wirklich stattfindet. Lastspitzen und Leerlaufzeiten verringern sich, was sich zum einen positiv auf die Gesundheit des Patienten und zum anderen auf die Wirtschaftlichkeit der Klinik auswirken kann. Hinzu kommt: Dank neuer Technologien werden die Daten für die elektronische Patientenakte generiert, wodurch sich mittelfristig weitere Prozesse optimieren lassen.

Fest steht: Trotz zahlreicher Chancen, die die Digitalisierung für das Gesundheitswesen bietet, müssen ganz elementare Aspekte wie Zugriffsrechte und Datensicherheit stets im Fokus sein, damit sensible Gesundheitsdaten da bleiben, wo sie hingehören – nämlich beim Arzt des Vertrauens.

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