Herzgesundheit

Herzgesunde Ernährung: Neue Studie fordert Umdenken

Von Svenja Ruciman · 2018

Kaffee, Käse, Kichererbsen: Was nützt dem Herzen und was schadet ihm? Dazu gibt es viele verwirrende Meinungen und Aussagen. So zeigen beispielsweise neue Studien, dass, anders als jahrelang angenommen, durchaus auch Fleisch- und Milchprodukte gesund fürs Herz sein können. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten.

Frau beim Schneiden von Karotten. Thema: Herzgesunde Ernährung
Gesunde Ernährung ist das A und O für ein gutes Herz-Kreislauf-System.

Lange Zeit gab es klare Ansagen, mit welchen Nahrungsmitteln man das Herz am besten unterstützt: Viel Obst und Gemüse, Knoblauch, Nüsse und Olivenöl, dafür wenig Kaffee, Fleisch und Milchprodukte sollten das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Immer mehr Studien legen jedoch nahe, dass dies pauschal doch nicht gilt. Vielmehr zeigt eine neue Untersuchung mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern: Auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte können das Leben verlängern 

Für Herzgesundheit: Schinken und Wurst sind tabu

Die im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte PURE-Studie stellte Professor Salim Yusuf von der kanadischen McMaster University auf dem Europäischen Kongress für Kardiologie Ende August in München vor. Sie zeigt, dass Menschen, deren Diät Obst, Gemüse, Nüsse und Fisch, aber eben auch Milchprodukte und Fleisch beinhalte, das niedrigste Risiko hatten, von einer Herz-Kreislauf-Erkrankung heimgesucht werden. „Das weicht von den derzeitigen Ernährungsempfehlungen ab", so Yusuf.

Dabei sei es jedoch wichtig, dass nur nicht-verarbeitetes Fleisch gemeint ist – also kein Fleisch, das durch Salzen, Fermentieren oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie beispielsweise Schinken und Wurst. Des Weiteren zeigte die Studie einmal mehr, wie wichtig es ist, den Konsum raffinierter, also industriell verarbeiteter Kohlenhydrate zu begrenzen. Mittlerweile ist der Zusammenhang zwischen erhöhtem Zuckerkonsum und der Entstehung von koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen nachgewiesen; zudem fördert ein erhöhter Zuckerkonsum Gefäßverkalkungen. Die sogenannte Arteriosklerose begünstigt Herzinfarkt und Schlaganfall.

Freispruch für Kaffee

Hingegen wurde Kaffee, der lange Jahre in Verruf war, Bluthochdruck zu verursachen, von der Wissenschaft mittlerweile nicht nur „freigesprochen“, heute ist er sogar für positive Wirkungen bekannt. So geht man unter anderem davon aus, dass die im Kaffee enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe einen positiven Einfluss auf den Glukosestoffwechsel haben. Sekundäre Pflanzenstoffe sind es auch, die den Verzehr von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten so wichtig für die Gesundheit machen. Beispielsweise kann der stark antioxidativ wirkende Farbstoff Lycopin in Tomaten schädliche Sauerstoffradikale im Körper abfangen, die für Alterungsvorgänge in den Gefäßen verantwortlich sind. Je intensiver diese vielfältigen Pflanzenstoffe erforscht werden, desto deutlicher wird, was für eine wichtige Rolle sie beim Schutz (nicht nur) vor koronaren Herzkrankheiten erfüllen.

Dr. Heart über die Wirkung von Kaffee auf das Herz

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