Endoskopie

Immer exakter: Der Blick ins Körperinnere

Von Sandra Sehringer · 2021

Einfach wie durch ein Schlüsselloch in den Körper hineinschauen, dabei einzelne Zellen unter die Lupe nehmen oder sogar Problemstellen reparieren? Was klingt wie aus einem Bilderbuch, ist in der Medizin im Rahmen der Endoskopie längst möglich. Dass Roboter dabei als intelligenter Kameramann agieren können, ist jedoch neu.

Symbolbild Medizintechnik
Bei medizinische Geräten zur Diagnose von Krankheiten entwickelt sich die Technik rasant. Foto: iStock / phuttaphat tipsana

Die sogenannte Endoskopie oder Spiegelung ist aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken. Dabei können Ärztinnen und Ärzte mit einer kleinen Kamera, dem sogenannten Endoskop, das Innere des Körpers betrachten und untersuchen. Bei Bedarf können sie dabei meistens auch Gewebeproben nehmen oder operative Eingriffe durchführen. Gerade in inneren Organen wie Magen, Darm oder Gallenblase sowie im Brustraum bis zu den Bronchien kommen Endoskope häufig zum Einsatz. Selbst Operationen an Gelenken oder der Wirbelsäule erfolgen längst mithilfe der Geräte, die Ärztinnen und Ärzte durch kleinste Schnitte einführen; man spricht von der sogenannten Schlüssellochmethode. 

Endoskopie: innovative Weiterentwicklung

Seit einigen Jahren kann man den Dünndarm beispielsweise auch mit einer Kapselendoskopie untersuchen. Der Patient schluckt dabei eine Art Pille, in der sich eine Mikrokamera verbirgt. Bei ihrer Reise durch den Magen-Darm-Trakt schießt sie Tausende von Fotos der Schleimhaut und überträgt die Bilder auf den Computerbildschirm des behandelnden Arztes. Doch die Weiterentwicklung in der Medizintechnik ist enorm. Inzwischen kann die Auflösung der winzigen Kameras locker mit Smartphones oder hochwertigen Digitalkameras mithalten. Auch Mikroskope, die eine starke Vergrößerung ermöglichen und Spezial-Endoskope, die sich durch winzige Kanälchen schieben und bei der Zahnwurzelbehandlung oder der Untersuchung von feinen Blutgefäßen einsetzbar sind, gibt es heute. 

Neue Forschungen

Wissenschaftler, Mediziner sowie Ingenieure optimieren die Untersuchungsmethode stetig weiter. So entwickeln sie aktuell zum Beispiel selbstlernende Roboter, die typische Bewegungen des nutzenden Chirurgen erlernen und sich ihnen anpassen, um die Kamera wie eine Art „Kameramann“ zu führen und bei endoskopischen Eingriffen zu assistieren. Andere Medizintechniker arbeiten daran, die 3D-Darstellung zu optimieren. Auch bei der Kapselendoskopie forscht man an neuen Technologien, die die Kapsel zum Beispiel magnetisch von außen gezielt steuern können. Mit kleinen Biopsie-Zangen ausgerüstet sollen sie in Zukunft sogar auf ihrem Weg durch den Darm Gewebeproben nehmen können.

Quellen:
Medizin und Technik, Fachzeitschrift für Medizintechnik: Endoskope
Medica Magazin: 3D-gedrucktes Miniatur-Endoskop
Deutsches Ärzteblatt: Software erkennt Großteil der Polypen in der Koloskopie

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