COPD und Herzprobleme

Angriff aufs Herz

Von Svenja Runciman · 2021

Sie beginnt schleichend und wird oft nicht rechtzeitig erkannt: Die Lungenkrankheit COPD ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Besonders tückisch wird sie dadurch, dass sie auch andere Organe schädigt, vor allem das Herz – manchmal, bevor die ersten Atemwegsbeschwerden auftreten.

Mediziner:in steht vor verschiedenen Organ-Symbolen und tippt das Herz-Symbol an.
Heute weiß man, dass es sich bei COPD um eine systemische Krankheit handelt. Foto: iStock / Natali_Mis

Ein hartnäckiger Husten, Atemnot bei anstrengenden Tätigkeiten oder Schwierigkeiten beim Luftholen: Wenn Menschen „die Puste wegbleibt“, schieben sie es häufig auf den Alterungsprozess. Allerdings können diese Symptome auch ein Anzeichen für COPD („Chronic Obstructive Pulmonary Disease“) sein. Unter der Lungenkrankheit, die häufig langsam und zunächst fast unbemerkt voranschreitet, leiden in Deutschland laut offiziellen Zahlen rund sieben Millionen Menschen. Experten gehen jedoch von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus.

COPD und Herzprobleme: nicht nur Raucher betroffen

Bei der umgangssprachlich als „Raucherhusten“ bezeichneten Erkrankung wird der Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert, es kommt zum fortschreitenden Verlust des Lungengewebes und damit der Lungenfunktion. Aber auch wenn etwa 70 Prozent der Patienten Raucher sind, sind die Ursachen vielfältig und beinhalten unter anderem auch Feinstaubbelastung oder einen genetisch bedingten Mangel des Proteins Alpha-1-Antitrypsin. Aufgrund der gesteigerten körperlichen Belastung des Körpers, die den gesamten Energiehaushalt schwächt, sind Folge- und Begleiterkrankungen bei COPD sehr häufig.

Einfluss auf Lebenserwartung

Dies belegt die größte deutsche Registerstudie: die DACCORD-Studie. Bei den mehr als 6.000 teilnehmenden COPD-Patienten treten mit 51,4 Prozent am häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter Einschluss des Bluthochdrucks auf, mit deutlichem Abstand gefolgt von Diabetes mellitus (14,3 Prozent), psychischen Erkrankungen (11,1 Prozent) und Osteoporose (7 Prozent). Herz- und Gefäß-Erkrankungen gelten als häufigste Todesursache bei Patienten mit leichter bis mäßiger COPD. Ein Grund dafür, dass das Herz bei COPD so häufig angegriffen wird, sind die Entzündungsprozesse im Körper. Auch eine veränderte Lage im Brustkorb durch die Überblähung der Lunge kann eine Rolle spielen. Problematisch ist dabei, dass Erkrankungen des Herzens bei COPD-Patienten häufig übersehen werden, da sie ähnliche Symptome, beispielsweise Atemnot und ein Engegefühl in der Brust, verursachen können. Eine sorgfältige Untersuchung von COPD-Patienten sollte daher immer auch ein EKG und bei Herzrhythmusstörungen auch ein Langzeit-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens beinhalten. 

Grafik: Fakten über das Rauchen

Weitere Quellen:
Lungeninformationsdienst: COPD
www.copd-deutschland.de

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