Diabetes

Wenn der Stoffwechsel auf die Pumpe schlägt

Von Frank Wagner · 2018

Arzt misst Blutzuckerwert bei Patienten

Diabetiker tragen im Vergleich zu Menschen mit gesundem Stoffwechsel ein deutlich größeres Risiko für Herz- und Gefäß-Erkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit, etwa einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, ist bis zu sechsmal höher. Grund genug, Betroffene hierfür zu sensibilisieren. Denn Experten warnen, dass das Risiko für Herzinfarkt und andere Erkrankungen oft unterschätzt wird.

Mehr als die Hälfte der Diabetiker stirbt an einem Herzinfarkt – allein diese Tatsache macht deutlich, wie wichtig das Wissen um den Zusammenhang zwischen „Zuckerkrankheit“ und ernsten Folgeschäden für Herz und Gefäße ist. Mehr noch: Anlässlich des Herztages 2017 warnte Prof. Dr. med. Diethelm Tschöpe vom Herz- und Diabeteszen­trum NRW, Bad Oeynhausen, dass „von einer Herzinsuffizienz (...) vermutlich mehr Patienten mit Typ-2-Diabetes betroffen sind, als mit 40 Prozent bisher angenommen“. Ein ernstes Problem, da für Deutschland – inklusive Dunkelziffer – von etwa zehn Millionen Diabetikern ausgegangen wird. Tatsächlich sterben 75 Prozent der Betroffenen infolge einer Erkrankung des Herz- und Gefäßsystems.

Quelle: TU Dresden, 2017

Oft fehlen typische Herzinfarkt-Symptome

Das zuckerreichere Blut eines Diabetikers ist klebriger. Die Folge: Es bilden sich mehr kalkartige Ablagerungen (Plaques) als beim stoffwechselgesunden Menschen und es kommt leichter zu Ateriosklerose und Blutgerinnselbildung. Zudem werden Entzündungsprozesse in der Herzmuskulatur gefördert sowie Blutfluss und Energiestoffwechsel im Herzen gestört. Tschöpe verweist dabei auf ein weiteres Problem: „Gerade langjährige Diabetiker haben häufig ein sehr schwaches Schmerzempfinden für typische Herzinfarkt-Warnsymptome wie Brustschmerzen, sodass für diese Patienten der Herzinfarkt oft das erste Symptom einer schon lange bestehenden Verkalkung der Herzkranzgefäße ist.“ Leider sind vielen Diabetikern diese Zusammenhänge immer noch unbekannt, was das Gefahrenpotenzial zusätzlich erhöht.

Diabetes: Bewusster Umgang entscheidend

Der erste Schritt zum richtigen Umgang mit Diabetes und seinen Gefahren ist Aufklärung: Nur wer die Fakten und Risiken kennt, wird auch angemessen handeln. Verdrängen oder stilles Erdulden hingegen kann leicht lebensgefährlich sein. Ein regelmäßiger, offener Dialog mit Haus- oder Fachärzten, Besuche bei Diabetes-Beratern sowie das Abrufen aktueller Informationen über die Medien, etwa auch über Patienten-Plattformen, sollten obligatorisch sein. Zentrale Bedeutung hat dann die korrekte Einnahme der verordneten Medikamente sowie die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers und weiterer Werte wie Blutdruck, Puls und Gewicht. Eine angemessene Lebensweise mit bewusster Ernährung und ausreichender Bewegung stabilisiert das Wohlbefinden und erhöht sogar die Lebenserwartung.

Dr. Heart über Diabetes mellitus und Herzerkrankungen

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