Forschungsprojekt Herzrhythmusstörung

Sechs Millionen für bessere Screenings

Von Sarah Schroth · 2020

Ungeachtet unserer Wahrnehmung schlägt unser Herz im Schnitt 95.000-mal pro Tag in regelmäßigem Rhythmus. Gerät das Herz aus dem Takt, entstehen Herzrhythmusstörungen. Viele bleiben zunächst unbemerkt und unbehandelt. Eine neue Studie soll Abhilfe schaffen.

EKG-Auswertung und Stethoskop sowie einem Gummi-Herz
Foto: iStock / LIgorko

Viele haben mit diesen Schrecksekunden schon einmal Bekanntschaft gemacht: Wie aus dem Nichts rumpelt es plötzlich in der Brust, das Herz setzt für einen oder mehrere Schläge aus, der Atem stockt, die Hände werden feucht. Beim Notdienst oder beim Hausarzt äußern Betroffene die Sorge: Leide ich an einer gefährlichen Rhythmusstörung? Bleibt mein Herz bald stehen? Die Antwort ist in den allermeisten Fällen ein klares Nein. Einzelne „Stolperer“ – auch Extrasystolen genannt – sind unbedenklich und kommen bei fast allen Menschen vor. 

Vom Flimmern und Flattern

Gefährlich wird es, wenn die Herzrhythmusstörung über längere Zeit anhält. Beispiele dafür sind Kammerflattern oder -flimmern: akute Notfälle, die sofort mit Medikamenten oder Kardioversion behandelt werden müssen. In den meisten Fällen handelt es sich zum Glück um Rhythmusstörungen, die nicht lebensbedrohlich sind. Vorhofflimmern ist mit bundesweit circa 300.000 Betroffenen die häufigste „gutartige“ Rhythmusstörung. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Der veränderte Blutfluss fördert die Entstehung von Blutgerinnseln und erhöht das Risiko für weitere Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder Demenz. Eine Behandlung mit Medikamenten ist oft unabdingbar. In hartnäckigen Fällen kann auch eine minimal-invasive Behandlung – die sogenannte Ablation – in Betracht gezogen werden.

Forschungsprojekt nimmt stille Gefahren in den Blick

Circa 70 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern bleiben lange Zeit symptomfrei. Somit besteht das erhöhte Risiko für Folgeerkrankungen zunächst unbemerkt. Ein Hamburger Forschungsteam will diese Patientengruppe genauer unter die Lupe nehmen. Das mit knapp sechs Millionen Euro unterstütze internationale Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage: „Wer genau muss untersucht werden und welche Methoden sind dafür am besten geeignet?“. Durch die Auswertung bereits vorhandener Datensätze wollen die Experten ein international anerkannten Screening-Algorithmus etablieren und in der Praxis an Patienten testen. Auch wenn solche Forschungen teuer sind, langfristig soll verhindert werden, dass Menschen unbehandelt bleiben und jahrelang als Pflegefall im Krankenhaus oder Heim enden.

Quellen:
www.herzstiftung.de
www.dzhk.de

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