Unregelmäßiger Herzschlag

Wenn der Herzschlag aus der Reihe tanzt

Von Tobias Lemser · 2021

Bleiben Herzrhythmusstörungen unbehandelt, verliert unser Lebensmotor an Leistungskraft. Doch es gibt inzwischen immer ausgefeiltere digitale Helfer, die diese Erkrankung aufspüren können. Was sie können, auch um mögliche Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden.

Videosprechstunde bei einer Ärztin.
Gerade für ältere Menschen ist die Telemedizin eine große Hilfe. Foto: iStock / simpson33

Herzrasen, flankiert von Unruhe, aber auch Schwindel, Kurzatmigkeit oder Brustschmerz: alles Symptome, die mit Herzrhythmusstörungen einhergehen können. Kardiologen sprechen von dieser Erkrankung, wenn unser Lebensmotor in Ruhe nicht wie üblich 60- bis 90-mal pro Minute, sondern deutlich darunter, darüber oder unregelmäßig schlägt. 

Kardiologische Abklärung bei unregelmäßigem Herzschlag

Wichtig zu wissen: Manche Rhythmusstörungen sind eher harmlos, andere bringen Patienten in eine lebensgefährliche Situation. Laut Angaben der Deutschen Herzstiftung werden jedes Jahr rund 400.000 Menschen in Deutschland aufgrund einer Herzrhythmusstörung in eine Klinik eingeliefert. Häufige Ursachen sind langjähriger Bluthochdruck, Diabetes, aber auch eine koronare Herzkrankheit. Um die von Herzrhythmusstörungen ausgehende Gefahr zu mindern, sollten Betroffene bei eingangs beschriebenen Symptomen einen Arzt aufsuchen. Dieser kann einordnen, wie groß das Risiko für mögliche Folgeerkrankungen ist. 

Digitale Helfer, die beruhigen

Das Gute: Bereits heute stehen viele nützliche digitale Hilfsmittel zur Verfügung, um die Herzrhythmusstörungen jederzeit unter Kontrolle zu haben. So sind Apps zum Beispiel in der Lage, durch Auflegen des kleinen Fingers auf die Smartphone-Kamera, den Herzrhythmus zu erfassen und die Daten zu dokumentieren. Wie klinische Studien belegen, müssen sich die Ergebnisse bei unregelmäßigen Herzschlägen und Vorhofflimmern in puncto Genauigkeit nicht hinter jenen eines EKGs verstecken. Zudem können die Daten unmittelbar per App an die behandelnden Ärzte übermittelt werden, was den Betroffenen obendrein unnötige Besuche beim Kardiologen erspart. Und: Treten Auffälligkeiten auf, intervenieren mittlerweile immer häufiger vorgeschaltete Telemedizinzentren. Bei Handlungsbedarf nehmen diese entweder selbst Kontakt zum Patienten auf oder binden den Kardiologen ein. 

Fakt ist: Bedenkt man, dass von diesen Technologien bislang vergleichsweise wenige Patienten profitieren und immer mehr Defibrillatoren und Herzschrittmacher implantiert werden, ist von der Telemedizin noch einiges zu erwarten – der Moment, in dem die Stunde der Künstlichen Intelligenz schlagen könnte. Nämlich dann, wenn sie künftig die Daten nach Brisanz sortiert und automatisch an das Ärzteteam weitergibt.

Quellen:
Deutsche Herzstiftung: Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Health Dataspace: 9 Health Apps, die Herzinfarkt, Schlaganfall und Vorhofflimmern erkennen
Onmeda: Herzrhythmusstörungen

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