Krebsnachsorge

Das Herz im Blick behalten

Von Katharina Lehmann · 2019

Chemotherapie und Bestrahlung von bösartigen Tumoren schwächen nicht nur den Körper. Sie können auch das Herz schädigen und langfristig zu einer Herzschwäche führen. Die Nachsorge durch erfahrene Kardiologen verringert das Risiko einer Herzinsuffizienz erheblich.

Ältere Frau sitzt auf einer Parkbank und fässt sich ans Herz. Thema: Krebsnachsorge
Foto: iStock/PIKSEL

Krebs – diese Diagnose ist für Betroffene ein Schock. Denn neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bösartige Tumore der verschiedenen Organe und Körperteile noch immer die Haupttodesursache in Deutschland. So verstarben im Jahr 2017 rund 344.500 Bundesbürger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen; 227.600 Deutsche erlagen einem Krebsleiden. In den vergangenen Jahren haben Fortschritte bei der Behandlung von Tumorerkrankungen zwar dazu geführt, dass die Patienten länger und besser leben. Doch Chemotherapie und Bestrahlung können das Herz schädigen. Diese Schädigungen werden einerseits durch einen direkten schädlichen Einfluss auf das Herz hervorgerufen. Andererseits führt aber auch die belastende Behandlung zu einer Verschlechterung bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit von Onkologen und Kardiologen immer wichtiger.

Therapie schwächt Herzmuskel

Die während einer Chemotherapie eingesetzten Medikamente können den Herzmuskel so schädigen, dass es zu einer Herzinsuffizienz kommt. Abhängig von den verwendeten Medikamenten machen sich die Schäden am Herzen allerdings erst nach einigen Jahren bemerkbar. Andere Wirkstoffe belasten das Herz nur vorübergehend, die Pumpleistung des Herzmuskels verbessert sich im Laufe der Zeit wieder. Auch die Tumorbehandlung mittels Bestrahlung kann zu einer Schädigung des Herzens führen. Dabei sind die schädlichen Einflüsse jedoch deutlich schwerer zu erfassen, da der Zeitraum zwischen der Strahlentherapie und dem Auftreten der durch die Bestrahlung hervorgerufenen Schäden sehr groß sein kann. 

Krebsnachsorge: Erhöhtes Risiko bei Brustkrebs

Vor allem bei der Behandlung von Brustkrebs, bei der neben der Bestrahlung des Brustkorbs auch eine Chemotherapie eingesetzt wird, scheint das Risiko für eine Herzschwäche zusätzlich erhöht zu sein. Weltweit sind bösartige Tumore des Brustgewebes die häufigste Krebserkrankung bei Frauen; allein in Deutschland trifft die Diagnose jedes Jahr rund 70.000 Frauen. Jedoch haben die verbesserte Früherkennung und wirksamere Therapieverfahren das Risiko, an Brustkrebs zu versterben, erheblich gesenkt.

„Allerdings deuten einige klinische Studien darauf hin, dass sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie mit dem Risiko einhergehen, infolge der Behandlung eine Herzerkrankung zu erleiden“, sagt Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Allerdings ist die Gefahr, nach einer Brustkrebsbehandlung an einer Herzerkrankung zu versterben, nicht größer als bei der durchschnittlichen weiblichen Bevölkerung. Das ließe sich Brenner zufolge auf das gute Risikomanagement in den Kliniken zurückführen. Spezielle kardioonkologische Einheiten erfassen das individuelle Risiko der Patientinnen – engmaschige Kontrollen im Verlauf der Behandlung ermöglichen, Nebenwirkungen auf das Herz frühzeitig zu erkennen, die onkologische Therapie entsprechend anzupassen sowie eine mögliche Herzerkrankung rasch zu behandeln.

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