Herzattacke

Gefährliche Schmerzen am Herzen

Von Wolfgang Zügel · 2020

Geschäftsfrau erleidet eine Herzattacke im Büro.
Auch viele Frauen leiden unter Angina Pectoris. Foto: iStock/michaeljung

Typische Zivilisationskrankheiten wie Rauchen, Zuckerkrankheit, hohe Blutfettwerte, Übergewicht – aber auch Stress – können zu Herzattacken führen, einer Angina Pectoris. Mit rund drei Millionen Fällen in Deutschland gehört sie zu den Volkskrankheiten. Daher ist es wichtig, zu wissen, wie man sich am besten bei einem Anfall verhält.

Angina Pectoris, umgangssprachlich Brustenge genannt, ist eine echte Volkskrankheit. Schätzungsweise leiden zwischen 2,5 und 3,3 Millionen Menschen an der Krankheit. Sie äußert sich durch Schmerzen in der Brust oder wird als einschnürend und bedrückend empfunden. Ursache ist die Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut. Bei Frauen äußern sich die Symptome in Form von Kurzatmigkeit, Magenschmerzen und Müdigkeit.

Wissenschaftler unterscheiden zwei Formen der Angina Pectoris. Die eine ist die stabile oder auch belastungsabhängige Angina pectoris. Die Beschwerden verschwinden rasch wieder, sei es durch Ausruhen oder durch Medikamente. Bei der instabilen Angina pectoris steigen die Beschwerden in puncto Intensität und Dauer an und können auch in Ruhephasen auftreten.

Risikofaktor Rauchen

Ausgelöst wird die Krankheit durch eine Verengung der Gefäße infolge von Verkalkung – Arteriosklerose – der Herzkranzgefäße. Schuld daran sind abgelagerte Fette, Kalk und Bindegewebe in den Blutgefäßen. Ein großer Risikofaktor ist das Rauchen. Aber auch erhöhter Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht und Stress begünstigen Angina pectoris. 

Was müssen Sie beachten bei einem Angina-pectoris-Anfall? Ruhe bewahren ist ganz wichtig. Helfen kann auch ein Nitroglycerin-Spray, das in den Mund gesprüht wird. Das kann innerhalb weniger Minuten wirken, denn Nitroglycerin setzt Stickstoffmonoxid frei, das eine Erweiterung der Herzkranzgefäße bewirkt. Das Aufsuchen eines Arztes aber ist unbedingt notwendig.

Herzattacke: Behandlung im Krankenhaus

Sofort sollte der Notarzt im Fall einer instabilen Angina pectoris gerufen werden. Dieser entscheidet, ob der Patient ins Krankenhaus eingeliefert wird, denn es besteht die Gefahr eines Herzinfarkts. Im Krankenhaus sind verschiedene Eingriffe möglich. Je nach Diagnose kann der Arzt die Gefäße mit Hilfe der Ballondilation dehnen oder einen Stent beziehungsweise eine Gefäßstütze, die die Arterie offen hält, einsetzen. Unter Umständen muss auch ein Bypass gelegt werden, um die Engstelle zu umgehen. 

Generell gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Ein gesunder Lebenswandel, mit dem Rauchen aufhören, die Blutfettwerte unter Kontrolle halten und Übergewicht vermeiden kann das Risiko einer Herzkrankheit lindern.

Quellen:
https://www.herzstiftung.de/Angina-pectoris.html
https://www.cardio-guide.com/erkrankung/angina-pectoris/

Wussten Sie schon dass …

… Bewegung und Ausdauersport die Prognosen bei Koronaren Herzerkrankungen deutlich verbessert? Zunächst muss aber eine Leistungsdiagnostik erfolgen, um den Fitnessstand zu ermitteln und zu klären, ab welchem Belastungspunkt das Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris) auftritt. So sollten dann auch am Anfang die Trainingseinheiten unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen. Dafür bieten sich Herzzentren, Rehakliniken oder Herzsportgruppen an. Falls Herzrythmusstörungen, Atemnot der Schwindel auftreten, ist das Training zu beenden.

Zunächst geht das darum, eine Grundfitness aufzubauen. Regelmäßiges Gehen – 10.000 Schritte am Tag – gilt als ein anfänglicher Meilenstein. Patienten, die das schaffen, können langsam mit dem Ausdauertraining beginnen. Das Ziel sind rund 150 Minuten pro Woche. Zwar werden Gefäßveränderungen dadurch nicht zurückgebildet, jedoch können durch die Belastung „natürliche Bypasse“ gebildet werden.

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