Herzkranzgefäße

Freier Fluss ohne Ecken und Kanten

Von Tobias Lemser · 2020

Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen zählen zu den größten Risiken für einen Herzinfarkt. Deshalb sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie besonders wichtig. Doch was kann man tun, wenn die Verkalkung so stark ist, dass herkömmliche Verfahren an ihre Grenzen stoßen?

Luftaufnahme von einem Fluss durch den Wald. Symbolisiert den freien Bluttransport
Foto: iStock/anyaberkut

Dass unser Herz so zuverlässig über Jahrzehnte funktioniert, ist auch dem dichten Netzwerk von Herzkranzarterien und -venen zu verdanken. Problem nur: Im Laufe der Jahre kommt es nicht selten zu Verengungen oder gar Verschlüssen eines oder mehrerer Herzkranzgefäße, was wiederum die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigt. Ursache sind in der Regel Gefäßablagerungen – zumeist hervorgerufen durch einen ungesunden Lebensstil. Rauchen, Übergewicht und erhöhte Blutfette zählen zu den größten Risikofaktoren.

Herzkranzgefäße: Klassiker in der Therapie

Rund sechs Millionen Menschen leiden deutschlandweit unter der koronaren Herzkrankheit (KHK). Typische Symptome sind Brustenge, Luftnot und Herzrhythmusstörungen. Da die KHK zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern zählt, ist eine rechtzeitige Diagnose umso wichtiger. Doch was tun, wenn eine Gefäßverengung so weit fortgeschritten ist, dass blutverdünnende Medikamente nicht mehr ausreichen, um einen drohenden Verschluss zu umgehen? Oftmals hilft dann nur noch eine Gefäßstütze in Form eines Stents. Über einen kleinen Einschnitt an der Leiste wird dieser mit einem Herzkatheter bis zur Blockade geschoben und mittels eines winzigen Ballons aufgedehnt. Ziel ist es, die Plaques an die Arterienwand zu drücken, sodass sich die Arterie zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder verschließt.

Stoßwellen machen den Weg frei

Anders bei besonders stark verkalkten Koronarstenosen – ein Phänomen, das besonders ältere Patienten betrifft. War die Behandlung dieser Engstellen bisher nur mit sehr hohem Aufwand möglich, gehen immer mehr Kardiologen mit dem Stoßwellen-Katheter ganz neue Wege – ein Verfahren, bei dem der Kalkring in der Gefäßwand durch Stoßwellen sanft zertrümmert und in feinste Partikel zerrieben wird, ohne angrenzendes Gewebe zu beeinträchtigen. Anschließend kann die Engstelle mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und mit einem Stent versorgt werden. Dass diese sogenannte intravaskuläre Lithotripsie künftig eine vielversprechende Therapieoption bei stark verkalkten Gefäßen sein könnte, zeigte eine im September 2019 publizierte Studie der Universität Florenz. Bei knapp 79 Prozent der Läsionen konnten die Kardiologen belegen, dass es durch die Lithotripsie tatsächlich zu Brüchen in den Kalkplaques gekommen ist.

Quellen:
www.herzstiftung.de
www.cardio-guide.com
www.meine-gesundheit.de

Weiterführende Artikel

Array
(
    [micrositeID] => 39
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Herzgesundheit
    [micro_image] => 4615
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1476868288
    [micro_last_edit_user] => 1
    [micro_last_edit_date] => 1567523770
    [micro_cID] => 1296
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)