PAVK-Therapie

Neuer Stent sorgt für freie Bahn

Von Tobias Lemser · 2019

Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung sind die häufigsten Ursachen für Gefäßerkrankungen. Einer der bekanntesten Vertreter ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK. Wie sie sich auswirkt und was für neuartige Therapieoptionen es gibt, um gefährliche Folgeerkrankungen wie einen Herzinfarkt zu umgehen.

Neuer Stent sorgt für freie Bahn

Dass unser Gefäßsystem aus weit verzweigten Arterien, Venen und Kapillaren besteht, wissen die meisten. Schließlich müssen alle Körperteile und Organe mit Nährstoffen versorgt und Abbauprodukte entsorgt werden. Doch wer hätte gedacht, dass sämtliche Blutgefäße insgesamt etwa 100.000 Kilometer lang sind? So schier endlos unsere Blutbahn auch erscheint, so groß ist auch die Wahrscheinlichkeit für Verengungen oder gar Verstopfungen. Beispiel PAVK, eine Gefäßerkrankung, für die schwere Durchblutungsstörungen vor allem in den Beinen charakteristisch sind. Typische Symptome im fortgeschrittenen Stadium sind Schmerzen beim Gehen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß. Bei vielen Betroffenen verläuft die PAVK, an der bundesweit rund 4,5 Millionen Menschen erkrankt sind, lange beschwerdefrei. Kritisch wird die Erkrankung jedoch dann, wenn die sich in den Gefäßen festgesetzten Ablagerungen aufbrechen. Docken an diesen Stellen Blutplättchen an, kann ein Blutgerinnsel entstehen, das im ungünstigsten Fall für einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall sorgen kann.

PAVK-Therapie: Blutfette im Fokus

Doch was kann man tun, damit diese schwerwiegenden Folgen nicht eintreten? Wichtig neben konsequentem Gehtraining und der Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, ist vor allem die medikamentöse Behandlung. Hierbei standen lange Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung im Zentrum. Doch das ist nun anders: Wie die European Society of Cardiology (ESC) Ende des Jahres 2017 in ihren neuen Behandlungsleitlinien bekanntgab, lasse sich zusätzlich mit einer lipid-senkenden Behandlung das Gehen von PAVK-Patienten verbessern. Zudem raten Experten systematisch darauf zu achten, ob Anzeichen für eine koronare Herzerkrankung bestehen und deshalb die Erkrankung multidisziplinär von Kardiologen, Angiologen und Gefäßchirurgen behandeln zu lassen.

Kleine Stücke statt langem Drahtgeflecht

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, wird die Verengung in vielen Fällen mit einem speziellen Metallgeflecht versorgt. Ganz neu sind sogenannte Spot Stents, die inzwischen immer häufiger zum Einsatz kommen. Während man früher zumeist zu einem längeren, durchgehenden Stent gegriffen hat, werden heute Spot Stents, einzelne kleine Drahtgeflechte genutzt. „Es hat sich gezeigt, dass dieser lange Stent bei alltäglichen Bewegungen zu sehr beansprucht wird und im Blutgefäß Schaden anrichten kann. Mit mehreren kurzen Stents kann sich der Patient viel besser bewegen“, stellt Prof. Dr. Holger Reinecke, Gefäßspezialist der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, fest.

Wussten Sie schon, dass …

... jeder Dritte über 40 in Deutschland Durchblutungsstörungen hat?

... nicht einmal die Hälfte der über 65-Jährigen mit gelegentlichen Beinbeschwerden einen Arzt aufsucht?

... bei noch nicht weit fortgeschrittener arterieller Durchblutungsstörung konsequentes und intensives Gehtraining mehr bewirken kann als manches Medikament?

... die PAVK in 90 Prozent der Fälle die Becken- und Beinarterien betrifft?

... die Amputationsrate infolge einer PAVK bei Rauchern deutlich erhöht ist?

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, 2019

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