Herzschwäche

Nichts für schwache Herzen

Von Jens Bartels · 2019

Schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Herzschwäche betroffen. Mit mehr als 400.000 Fällen pro Jahr ist sie der häufigste Grund für eine Aufnahme in das Krankenhaus und gehört darüber hinaus zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch wird die Krankheit oft genug von Betroffenen nicht ernst genommen.

Patientin im Krankenhaus wird von einem Mediziner untersucht.
Herzschwäche ist der häufigste Grund für eine Aufnahme ins Krankenhaus. Foto: iStock / Chinnapong

Eine Herzschwäche gehört zu den Erkrankungen, die man zunächst meist gar nicht bemerkt. Häufig sind Betroffene nur schneller erschöpft und tun es als Alterserscheinung ab. Dabei sollten Menschen aufmerksam werden, wenn ihnen ungewohnte Leistungsschwächen auffallen, etwa beim Treppensteigen, sie ein andauerndes Schwächegefühl haben oder von Atemnot betroffen sind. Das Problem: Bei einer Herzschwäche schafft es der Herzmuskel von Betroffenen mangels Pumpleistung nicht, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Je nachdem, welche der beiden Herzkammern überwiegend betroffen ist, lässt sich die Erkrankung in Rechtsherz- und Linksherz-Insuffizienz differenzieren. Treten beide Formen gemeinsam auf, sprechen Ärzte von einer globalen Insuffizienz. Immer mehr Menschen leiden an diesem Krankheitsbild. Gründe sind die alternde Bevölkerung, aber auch Faktoren wie Diabetes oder Fettleibigkeit. Heute lebt etwa jeder zehnte Deutsche über 70 Jahren mit einer Herzmuskelschwäche. 

Herzschwäche frühzeitig behandeln

Wenn die Behandlung rechtzeitig beginnt, steigt die Lebenserwartung von Herzschwäche-Betroffenen laut Studien im Schnitt um rund zehn Jahre. In mehr als 20 Prozent der Fälle erholt sich das Herz sogar komplett. Oft genug kommen Betroffene, deren Herzschwäche bereits entgleist ist, aber in das Krankenhaus. Dann kann das Organ in der Regel nicht an die alte Leistungsfähigkeit anknüpfen. 

Die Behandlung einer Herzschwäche richtet sich danach, was genau das Herz geschwächt hat. Der Grund: Die Herzinsuffizienz ist eine Systemerkrankung. Eine mögliche Therapie besteht in der Kombination aus Medikamenten, Selbstbeobachtung und Aktivität. Bei einer Störung der Leitungsbahnen können Mediziner das Herz mit einer Elektrotherapie anregen. Auch das Einpflanzen eines Schrittmachers ist unter bestimmten Voraussetzungen bei schwerer Herzinsuffizienz eine therapeutische Option.

Therapeutische Perspektive

Eine gerade an der Medizinischen Universität Wien erprobte neue Therapie könnte einen weiteren Behandlungsweg öffnen. Einem Patienten mit einer krankhaften Vergrößerung und daraus entstehender Schwächung des Herzmuskels wurden zwei kleine Elektroden implantiert, welche die Herzmuskelzellen mit minimalen Stromstößen stimulierten. Das Ziel bestand darin, die Pumpfunktion des Herzens so zu verbessern, dass eine Transplantation vermieden werden kann. Das Ergebnis: Die geschädigte Herzmuskulatur zeigte nach drei Monaten Anzeichen einer Regeneration.

Studie

Studien haben ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Patienten mit Herzinsuffizienz, die nächsten fünf Jahre nach der Diagnosestellung zu überleben, bei 50 Prozent liegt. Generell gilt: Je eher eine Herzinsuffizienz diagnostiziert wird, desto höher ist die weitere Lebenserwartung. Mit gezielter Bewegung können Betroffene Lebenszeit gewinnen

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