Q10 Nahrungsergänzung

„Mehr Energie und Elan“

Von Mark Krüger · 2024

Dr. Edmund Schmidt ist Allgemeinarzt, Vitalstoffexperte und Ernährungsmediziner aus Ottobrunn. Er erläutert, weshalb dem Coenzym Q10 mehr Aufmerksamkeit gebührt, für wen eine Substitution durch Nahrungsergänzung ratsam und worauf bei der Verwendung zu achten ist.

Der entscheidende Faktor bei der Energiegewinnung in den Zellen ist das Vitaminoid Q10.

Richtig, denn ohne ausreichend Coenzym Q10 stockt die Energieproduktion und die Zellgesundheit leidet, was sich in Krankheiten manifestieren kann. Zumal das Coenzym auch als Antioxidans in den Zellen wirkt: Es schützt vor Zellschäden, -mutation und Zelltod. Außerhalb der Zellmembran kann das Vitaminoid andere Antioxidantien wie Vitamin E und C regenerieren und in deren Wirkung unterstützen.

Das Coenzym Q10 wird über die Nahrung zugeführt, aber auch im Körper selbst hergestellt. Wieso kann es dennoch zu einem Mangel kommen?

Mit zunehmendem Alter nehmen die Konzentrationen in verschiedenen Organen, insbesondere solchen mit hohem Energiebedarf wie dem Herz, ab. Auch die mangelnde Zufuhr über die Nahrung, mit der täglich ohnehin maximal nur 20 Milligramm zugeführt werden können, und ein erhöhter Verbrauch durch oxidativen Stress spielen eine Rolle. Zusätzlich blockieren Medikamente vom Typ der Statine, sprich Cholesterinsenker, die Bildung des Coenzyms Q10 um bis zu 75 Prozent.

Ab welchem Alter würden Sie eine Substitution durch Nahrungsergänzungsmittel als sinnvoll ansehen?

Ab dem 40. Lebensjahr wird Coenzym Q10 für jeden Menschen notwendig und sollte täglich mit bis zu 100 Milligramm ergänzt werden. Auch jüngere Menschen, die Leistungssport betreiben, Gestresste und Schwangere haben einen deutlich höheren Bedarf, welcher mit der Zufuhr über die Nahrung und der körpereigenen Produktion nicht gedeckt werden kann.

Was gilt es bei der Einnahme von Q10 als Nahrungsergänzung hinsichtlich guter Bioverfügbarkeit zu beachten?

Entscheidend ist der Herstellungsprozess: Wenn eine Q10-Kapsel eingenommen wird, in der die Moleküle zu großen Kristallstrukturen gebündelt sind, passieren die aktiven Inhaltsstoffe das Verdauungssystem, ohne absorbiert zu werden. Der einzige Weg, dieses Problem zu umgehen, ist die Nutzung eines speziellen Herstellungsverfahrens, in dem das Q10-Rohmaterial mit verschiedenen Ölen gemischt wird. Diese Öle haben unterschiedliche Schmelzpunkte und werden im Nachhinein erhitzt. Diese hochspezialisierte Vorbehandlung ermöglicht es, dass die Kristalle vollständig im Verdauungssystem aufgelöst werden, da die Q10-Moleküle in eine andere Kristallform übergehen. Und diese kann vom Verdauungssystem leicht aufgenommen werden. Laut einer Studie von Navas et al.* kann diese Darreichungsform – im Vergleich zu Pulver- oder Tropfenform – mit 83 Prozent am besten vom Verdauungssystem aufgenommen werden.

* Belegt in: López-Lluch et al.: „Bioavailability of coenzyme Q10 supplements depends on carrier lipids and solubilization“. Nutrition 57 (2019) 133–140

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