Angina Pectoris

Die gefährliche Herzkrankheit

Von Wolfgang Zügel · 2019

Angina Pectoris, was ist das? Um gleich ein häufiges Missverständnis aus dem Weg zu räumen: Dies ist keine Erkältungskrankheit, sondern das sind Herzprobleme. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Brustenge. Angina steht für die Enge, Pectus für den Brustkorb. Häufigste Beschwerden sind Schmerzen im Brustraum, die als dumpf, drückend, einschnürend, auch als brennend empfunden werden. Die Symptome können auch auf andere Körperteile wie Arm oder Unterkiefer ausstrahlen. Auch können Atemnot, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Taubheits- und Beklemmungsgefühle auftreten.

Eine Frau hält sich die Hände an die Brust, weil ihr Herz schmerzt.
Brustenge darf von Patienten nicht unterschätzt werden. Foto: iStock / Tharakorn

Mediziner sprechen von zwei Arten der Angina Pectoris. Bei einer stabilen Angina Pectoris ist zuvor ein Anfall mit den gleichen Beschwerden aufgetreten, die Schmerzen sind aber innerhalb weniger Minuten wieder verschwunden, sei es durch Medikamente oder einfach nur durch Ausruhen. Zu den Auslösern dieser Form zählen körperliche Anstrengungen, seelischer Stress und auch üppige Mahlzeiten. Bei Frauen äußern sich die Symptome etwas anders. Hier sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Magenschmerzen typische Anzeichen, Burstschmerzen sind eher selten. Bei einer instabilen Angina Pectoris nehmen entweder die Beschwerden gegenüber den vorausgegangenen Anfällen an Intensität und Dauer zu, oder die Auslöseschwelle sinkt. Zu dieser Kategorie zählt auch, wenn die Schmerzen schon in einer Ruhephase auftreten.

Angina Pectoris: Ursache sind verkalkte Arterien

Grund für eine Angina Pectoris ist die mangelnde Versorgung des Herzens mit sauerstoffreichem Blut. Ausgelöst wird sie durch eine Verengung der Gefäße infolge einer Verkalkung – Arteriosklerose – der Herzkranzgefäße. Dies geschieht durch abgelagerte Fette, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen. Seltener wird der Anfall durch eine Verkrampfung der Gefäße (Vasospasmen) ausgelöst.

Was sind die Gründe für die Ablagerungen in den Gefäßen? An vorderster Stelle steht das Rauchen, aber auch erhöhter Blutdruck, erhöhte Cholesterinwerte (hohe LDL-, niedrige HDL-Werte), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie das Alter des Patienten spielen eine Rolle. All diese Faktoren begünstigen die Ablagerung von Blutfetten an den Arterienwänden, die sich durch Entzündungen in eine arteriosklerotische Plaque verwandeln. Dies führt zur Verengung der Gefäße bis zu deren Verstopfung durch ein Blutgerinnsel.

Quelle: BARMER, 2019

Ruhe und Nitroglycerin-Spray helfen

Was tun bei einem Angina-Pectoris-Anfall? Körperliche Ruhe ist ganz wichtig, helfen kann auch ein Nitroglycerin-Spray, gesprüht in den Mund. Das kann innerhalb weniger Minuten wirken, denn Nitroglycerin setzt Stickstoffmonoxid frei, das eine Erweiterung der Herzkranzgefäße bewirkt. Das Aufsuchen eines Arztes aber ist unbedingt notwendig. Im Fall einer instabilen Angina Pectoris sollte sofort der Notarzt gerufen werden, der Patient muss ins Krankenhaus, denn es besteht eine akute Gefahr für einen Herzinfarkt. Im Krankenhaus ist dann auch ein medizinischer Eingriff möglich. Je nach Diagnose kann der Arzt die Gefäße mithilfe der Ballondilatation dehnen, einen Stent einsetzen, eine Gefäßstütze, die die Arterie offen hält oder einen Bypass legen, also die Engstelle umgehen. Hilft das auf Dauer nicht, bleibt die Möglichkeit, einen Reducer in die Vene am Herzen einzusetzen.

Wussten Sie schon, dass…

… die Angina Pectoris in der stabilen Form meist nur langsam voranschreitet? Dabei wird in vier Schweregraden unterschieden:

Schweregrad 1: Im Alltag treten bei gewöhnlichen körperlichen Betätigungen wie dem Treppensteigen noch keine Probleme auf. Nur wenn starke, andauernde oder plötzliche Aktivitäten wie schnelles Laufen oder schweres Heben hinzukommen, macht sich die Brustenge bemerkbar.

Schweregrad 2: Schon bei mittleren Anstrengungen wie dem Bergaufgehen treten im Alltag Beschwerden auf. Auch Stress, Kälte oder körperliche Aktivitäten nach dem Essen können Auslöser sein.

Schweregrad 3: Auch langsame Bewegungsabläufe können bereits zu Schmerzen führen, sodass starke Beeinträchtigungen im Beruf und im Alltag die Folge sind.

Schweregrad 4: Selbst in Ruhephasen und bei kleinesten körperlichen Belastungen treten Beschwerden auf.

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