Kardiovaskuläre Erkrankungen

Todesursache Nummer eins

Von Claudia Harbinger · 2020

Herzinfarkt und Schlaganfall töten jedes Jahr weltweit tausende Menschen. Viele dieser Vorfälle wären vermeidbar – doch trotz neuer Untersuchungs- und Therapieverfahren sowie verstärkter Informationsverbreitung nehmen die Fallzahlen weiterhin zu. Betroffen sind häufig Ältere über 65 Jahren – aber auch junge Menschen sind nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefeit.

Eine Person wird von Rettungssanitätern abgeholt, ein EKG ist angeschlossen und zeigt die Herzfrequenz.
Foto: Chalabala

Sie sind weit verbreitet: Die koronare Herzkrankheit, eine Erscheinungsform der Arterienverkalkung, bei der die Blutgefäße sich verengen, der Herzinfarkt, der Schlaganfall, die Herzschwäche, das Vorhofflimmern und weitere Erkrankungen aus dem Spektrum der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei betroffenen Patienten ziehen diese Erkrankungen oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich – sie sind Ursache für fast 40 Prozent aller Sterbefälle. Hinzu kommen hohe Kosten für das Gesundheitssystem: Laut der Deutschen Herzstiftung kosten die Behandlungen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der EU jedes Jahr etwa 210 Milliarden Euro.

Vermeidbares Risiko bei kardiovaskulären Erkrankungen

Dabei wäre ein großer Teil der Krankheitsfälle durchaus vermeidbar. Denn zu den klassischen Risikofaktoren gehören neben erblichen Vorbelastungen Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Übergewicht und Rauchen. Viele dieser Erkrankungen und Einflüsse können Patienten aber selbst positiv beeinflussen – zum Beispiel, indem sie sich mehr bewegen, gesünder ernähren, ausreichend schlafen, Stress reduzieren, den Alkohol- und Tabakkonsum reduzieren und das leicht zugängliche Wissen zum Erhalt der Gesundheit in die Tat umsetzen.

Sich stundenlang im Fitnessstudio abrackern, ausschließlich vegan leben und alles Süße aus dem Speiseplan streichen müssen sie dennoch nicht. Es sind weniger die extremen und mehr die regelmäßigen und ausgewogenen Veränderungen des eigenen Lebensstils, die den positiven Unterschied machen. Dabei spielt auch das psychische Wohlbefinden eine große Rolle. 

Zur guten Selbstfürsorge gehört weiterhin, verordnete medikamentöse Therapien einzuhalten. Auf keinen Fall sollte eigenmächtig die Dosis oder Häufigkeit der Einnahme eines Arzneimittels verändert werden. Denn nur eine konsequente Behandlung von Risikofaktoren und bereits bestehenden Erkrankungen kann Schlimmerem vorbeugen und Lebensqualität sichern. 

Trotz Corona Notruf bei Herznotfall

Dazu gehört auch, dass Herzpatienten natürlich ihre regelmäßigen Check-ups beim Arzt wahrnehmen – und zwar auch in Corona-Zeiten. Zwar verunsichert die Pandemie viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gelten sie doch als Risikogruppe und sollten sich vor Ansteckung schützen, indem sie die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einhalten und sich gegen Pneumokokken impfen lassen. 

Reguläre Termine beim Facharzt sollten sie aber dennoch in Anspruch nehmen. Immer mehr Ärzte bieten zur Minimierung des Ansteckungsrisikos Telemedizin oder Hausbesuche. Am allerwichtigsten ist jedoch: bei Herznotfall oder Schlaganfall sofort den Rettungswagen rufen und das nächste Krankenhaus aufsuchen. Keine Scheu wegen der Angst vor Ansteckung, das medizinische Personal ist vorbereitet und jede Sekunde zählt!    

Quellen:
https://aok-erleben.de/was-versteht-man-allgemein-unter-herz-kreislauf-erkrankungen/ 
https://www.herzstiftung.de 
https://www.herzbewusst.de/corona-und-herz-kreislauf-patienten-aktuelle-empfehlungen 
https://dzhk.de/herz-kreislauf-erkrankungen/praevention/ 
https://www.assmann-stiftung.de/die-top-10-der-primaerpraevention-von-herz-und-gefaesserkrankungen-nach-amerikanischen-empfehlungen-292/

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