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Aortendissektion

Wenn die Hauptschlagader reißt

Von Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e. V. (DGTHG) · 2019

PD Dr. Wolfgang Harringer, Vizepräsident Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie

Als Aortendissektion wird ein lebensbedrohlicher Einriss der inneren Wand der Hauptschlagader bezeichnet. Wird nicht schnell operiert, drohen Organversagen und der Tod, erklärt PD Dr. Wolfgang Harringer, Vizepräsident Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

Die akute Aortendissektion ist ein lebensbedrohlicher Einriss der Hauptschlagader. Grundsätzlich haben alle Arterien beim Menschen drei Gefäßwandschichten. Im Einzelnen spricht man von einer inneren (Intima), mittleren und äußeren Wandschicht. Kommt es zu einem lokalen Einriss der Intima, spricht man von einer „Dissektion“. Hierbei entsteht neben dem von der normalen Gefäßintima begrenzten „wahren“ Lumen ein zweites sogenanntes „falsches“ Lumen, zwischen der mittleren und äußeren Gefäßwand, in dem fälschlicherweise mit jedem Herzschlag zunehmend Blut fließt. In Abhängigkeit von der Lokalisation des Einrisses wird die Dissektion in zwei Typen eingeteilt: Stanford Typ-A und Typ-B. Von einer Typ-A-Dissektion spricht man, wenn der Aorteneinriss unmittelbar im herznahen Teil der Hauptschlagader liegt.

Die größten Gefahren dieser Dissektionen sind ein vollständiges Platzen der Hauptschlagader, eine Minderdurchblutung des Gehirns und der übrigen Organe sowie die akute Einblutung in den Herzbeutel mit Kompression des Herzens. Daher muss sofort gehandelt werden, denn etwa 40 Prozent der Patienten mit einer akuten Typ-A-Dissektion versterben innerhalb von 24 Stunden, wenn keine herzchirurgische Notfalloperation erfolgt. Die klassische Symptomatik der Typ-A-Aortendissektion ist gekennzeichnet durch einen thorakalen Vernichtungsschmerz, der zumeist zwischen die Schulterblätter und in den Rücken, aber auch in den Hals, ausstrahlt. Auch Stechen in der Brust kann auftreten. Das klinische Bild kann sich durch neurologische Komplikationen, Nierenversagen oder auch eine akute Minderversorgung der Extremitäten zeigen. 

Vielfältige Auslöser

Eine der Hauptursachen für die Erkrankung ist bei jüngeren Patienten eine Bindegewebsschwäche. Bei älteren Patienten sind häufig ein Aortenaneurysma und/oder die Arterienverkalkung, oft in Kombination mit Bluthochdruck, zugrunde liegend. Bei der herzchirurgischen Operation, mit Anwendung der Herz-Lungen-
Maschine, wird der betroffene Abschnitt in der Regel durch eine Gefäßprothese ersetzt. Demgegenüber steht die Typ-B-Dissektion, wobei hier im Regelfall die Hauptschlagader nach dem Abgang der linken Armarterie einreißt. Diese Form nimmt meist einen gutartigeren Verlauf und wird medikamentös oder durch Aortenprothesen, die zumeist über die Leistenarterien mittels Katheter eingebracht werden, behandelt.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e. V.
Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
Web: www.dgthg.de

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