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Angina pectoris

Symptome richtig deuten

Von BERLIN-CHEMIE AG · 2020

Wenn das Herz zu wenig durchblutet ist, macht sich im Brustkorb ein Gefühl der Beklemmung bemerkbar, das dem Betroffenen wortwörtlich „den Atem raubt“. Häufige Ursache ist eine Verengung der Blutgefäße des Herzens. Davon können schon die kleinsten Verästelungen der Herzgefäße betroffen sein. Die Symptome sind besonders bei Frauen nicht immer eindeutig.

Etwa 100.000 Schläge macht das Herz pro Tag und braucht dafür Sauerstoff. Bei einer koronaren Herzerkrankung (KHK) sind die großen Herzkranzgefäße (Koronararterien), die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen, durch Ablagerungen verengt. Durch diese Verengungen kommt es zu einer Unterversorgung des Herzens mit sauerstoffreichem Blut. Der Fachbegriff hierfür lautet „obstruktive KHK“. Eine Form der koronaren Herzerkrankung, die besonders häufig bei Frauen auftritt, ist die sogenannte „nicht-obstruktive KHK“. Bei ihr sind nicht die Koronararterien von einer Verengung betroffen, sondern die kleinen, fein verästelten Gefäße des Herzens. Eine Verengung der Blutgefäße macht sich meist durch eine Beklemmung und drückende Schmerzen in der Brust bemerkbar. Meist leiden die Betroffenen zudem unter Atemnot. Diese typischen Beschwerden werden Angina pectoris (Brustenge) genannt und sind ein Warnsignal dafür, dass das Herz nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Bei Frauen kann sich eine Angina pectoris aber auch anders äußern. Sie berichten häufiger über untypische Signale wie beispielsweise Schmerzen im Bereich des Kiefers, der Schultern und der Arme oder auch über Übelkeit, Müdigkeit, Oberbauchschmerzen oder ein allgemeines Schwächegefühl. 

Angina pectoris hat viele Gesichter

Eine Angina pectoris-Attacke tritt meistens auf, wenn das Herz bei körperlicher Belastung, wie beispielsweise beim Treppensteigen oder beim Spaziergang mit dem Hund, schneller pumpen muss und der Sauerstoffverbrauch steigt. Aber auch durch Stresssituationen oder eine üppige Mahlzeit kann es zu einer Attacke kommen. Bei der stabilen Angina pectoris geht der Schmerz nach einer Ruhepause wieder zurück. Das bedeutet aber keineswegs, dass dann alles „wieder gut“ ist. Denn bei einer ähnlichen Belastung treten die Beschwerden wieder auf und es kommt zu neuen Anfällen. Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu sein, bei Frauen auch untypische Symptome mit einer Herzerkrankung in Verbindung zu bringen und frühzeitig eine Abklärung beim Arzt vorzunehmen. 

Wenn es in den kleinsten Gefäßen eng wird

Sind die großen Blutgefäße durch Ablagerungen verengt, kann dies mit Hilfe einer Herzkatheteruntersuchung festgestellt werden. Die nicht-obstruktive Form der KHK ist durch eine Katheteruntersuchung allerdings nicht zu erkennen. Denn die kleinen, feinen Gefäße können dort nicht sichtbar gemacht werden. Weiterführende Untersuchungen zur Messung der Gefäßfunktion sind dann notwendig. Weil eine nicht-obstruktive KHK wesentlich schwieriger zu diagnostizieren ist, bleibt sie oft länger unentdeckt. Betroffene gelten fälschlicherweise als „herzgesund“, leiden aber weiterhin unter Symptomen, welche die Lebensqualität mitunter deutlich beeinträchtigen können. 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Eine Angina pectoris bedeutet einen tiefen Einschnitt in das gewohnte Alltagsleben, denn aus Angst vor erneuten Attacken meiden Betroffene häufig körperliche Belastungen. Daher verfolgt der behandelnde Arzt zwei wichtige Therapieziele: Er möchte zum einen sicherstellen, dass der Patient keinen Herzinfarkt erleidet. Zum anderen gilt es, Angina-pectoris-Anfälle weitgehend zu vermeiden, um die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen und die körperliche Belastbarkeit zu erhalten. Bei einer obstruktiven KHK kann neben einer medikamentösen Therapie die Implantation eines Stents, also einer Stütze zum Offenhalten der Blutgefäße, sinnvoll sein. Diese Behandlungsmethode ist allerdings nicht bei allen Patienten erfolgreich, in manchen Fällen können neue Verengungen entstehen und die Beschwerden wiederkehren. Im Fall einer nicht obstruktiven KHK bringen Stents keine Abhilfe. Stattdessen können moderne Medikamente dabei helfen, die Durchblutung des Herzens zu verbessern und die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren.

Signale ernst nehmen

In Deutschland gehören koronare Herzerkrankungen zu den Volkskrankheiten. Etwa sieben von 100 Frauen und zehn von 100 Männern erhalten im Laufe ihres Lebens diese Diagnose. Das Risiko zu erkranken steigt mit dem Lebensalter. Ab einem Alter von 65 Jahren erkranken ungefähr 18 von 100 Frauen und 28 von 100 Männern. KHK und Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Todesursachen: Etwa jeder Zehnte verstirbt an den Folgen einer chronischen KHK. Es ist deshalb wichtig, das eigene Erkrankungsrisiko richtig einzuschätzen und nicht zu zögern, wenn deutliche Beschwerden auftreten. Sobald die Signale einer Angina pectoris das erste Mal aufgetreten sind, sollte ein Arzt aufgesucht und die Symptome medizinisch abgeklärt werden. Bei einem positiven Befund erstellt der Arzt dann einen Behandlungsplan, der auf die persönliche Situation und das individuelle Risikoprofil des Betroffenen abgestimmt ist. Dazu gehört nicht nur die Verschreibung spezifischer Medikamente, sondern meist auch eine Veränderung des Lebensstils mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung. 

Was kann man tun, um das Risiko für eine koronare Herzkrankheit zu senken?

Zu den Risikofaktoren für eine KHK zählen unter anderem Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Auch das Alter und die genetische Veranlagung spielen eine Rolle. Regelmäßige körperliche Bewegung, eine gesunde Ernährung und ein eingeschränkter Alkoholkonsum können die Gesundheit von Herz und Herzkranzgefäßen positiv beeinflussen. Eine weitere Maßnahme ist eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und der Blutzucker- und Blutfettwerte durch den Arzt. 

Kontakt

BERLIN-CHEMIE AG
Glienicker Weg 125
12489 Berlin
Web: www.berlin-chemie.de

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