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Interview

"PAVK-Patienten sind Hochrisikopatienten für Amputationen"

Von Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. · 2017

Dr. Michael Lichtenberg, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
Dr. Michael Lichtenberg

Herr Dr. Michael Lichtenberg, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V., setzt sich dafür ein, dass sich Patienten bei Durchblutungsstörungen der Beine rasch eine gefäßmedizinische Expertise einholen, um Amputationen zu vermeiden.

Herr Dr. Lichtenberg, wie häufig kommt es zu Amputationen aufgrund von Durchblutungsstörungen?

Die Zahl der ischämisch-bedingten und durch Diabetes mellitus verursachten Amputationen der unteren Extremitäten in Deutschland liegt bei knapp über 50.000 Amputationen pro Jahr. Zwar ist in den vergangenen Jahren die Major-Amputationsrate, wie zum Beispiel die Unterschenkelamputation, bei Patienten mit pAVK leicht gesunken, dies erfolgt jedoch auf Kosten einer Steigerung der Minor-Amputationszahlen, wie zum Beispiel der Zehen.

Was hat diesen Rückgang bewirkt?

Gründe dafür sind ein Bewusstseinswandel innerhalb der Ärzteschaft, die verstärkte interdisziplinäre Kooperation und eine frühere Revaskularisation. Da jede Form der Amputation ein Risiko mit sich bringt, gilt es auch die Minor-Amputationen zu senken.

Also sehen Sie weiteren Nachholbedarf.

Die aktuellen Daten aus der Versorgungsforschung zeigen, dass die Versorgung von PAVK-Patienten mit leitlinien-gerechten Therapieempfehlungen unzureichend ist. So werden deutschlandweit 40 Prozent der Amputationen bei dieser Patientengruppe durchgeführt, obwohl zuvor keine adäquate Bildgebung (CT/MR-Angiographie) erfolgt ist.

Welche Rolle kann die Deutsche Gesellschaft für Angiologie bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen spielen?

Die DGA setzt sich für eine zeitgemäße und evidenzbasierte Versorgung von pAVK-Patienten ein und treibt die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der interventionellen Therapie voran.

Das heißt konkret?

PAVK-Patienten sind Hochrisikopatienten für Amputationen jeder Art, deshalb ist rasche und exakte gefäßmedizinische Expertise in Diagnostik und Therapie absolut wichtig und im Zweitmeinungsverfahren zur Vermeidung von Amputationen von herausragender Bedeutung!

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin
Telefon: 030 / 208 888-31
E-Mail: info@dga-gefaessmedizin.de
Web: http://www.dga-gefaessmedizin.de/

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