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Neue Therapie bei Vorhofflimmern

Vorhofflimmern mit Kälte behandeln

Von Dr. Regina Linnertz · 2022

Vorhofflimmern – anfallsartiges Herzrasen – ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Es erhöht das Risiko für Gefäßverschlüsse und Schlaganfälle und sollte deshalb unbedingt behandelt werden. Vielen Patienten kann mit einer Verödung des betroffenen Herzgewebes (Katheterablation) geholfen werden. POLARx ist eine innovative Weiterentwicklung der Kryoablation, also die Ablation mittels Kälte.

Der Kryoballon wird im Herzen positioniert und das betroffene Gewebe durch Kälte verödet. © Boston Scientific

Vorhofflimmern entsteht durch eine unkoordinierte elektrische Erregung der Herzvorhöfe. Das Herz gerät aus dem Takt, eine Herzrhythmusstörung entsteht. Zuerst tritt die Herzrhythmusstörung nur gelegentlich auf. Unbehandelt kann es jedoch rasch zu einer Chronifizierung und zu Folgeerkrankungen kommen. Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, steigt mit dem Alter an. Doch auch Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, eine koronare Herzerkrankung und Diabetes begünstigen die Entstehung.

Innovative Behandlung mit Kälte

Vorhofflimmern kann medikamentös mit sogenannten Antiarrhythmika behandelt werden. Reicht dies nicht oder nicht mehr aus, wird das für die Rhythmusstörung verantwortliche Gewebe während eines operativen Eingriffs verödet (Katheterablation). Die für die Rhythmusstörung verantwortlichen Zellen verlieren durch die Verödung ihre elektrische Leitfähigkeit und können infolgedessen kein Vorhofflimmern mehr auslösen. Die Verödung beziehungsweise Ablation der Herzmuskelzellen ist mit verschiedenen Verfahren möglich. Goldstandard der Behandlung des Vorhofflimmerns ist die sogenannte Kryoablation, also die Ablation mittels Kälte, bei der das betroffene Herzgewebe mit extrem niedrigen Temperaturen verödet wird. 

Prof. Dr. Michael Gramlich, Internist und Kardiologe an der Unikilnik der RWTH Aachen

Die neueste Kryoballon-Technologie

Die Kryoballon-Technologie wird permanent weiterentwickelt. Professor Michael Gramlich konnte die jüngste Technologie-Innovation (POLARx) als einer der ersten testen: „Ich bin schon lange Fan der Kryoballon-Ablation, da sie effektiv und dennoch schonend ist. An POLARx schätze ich besonders den Bedienkomfort und das gute Monitoring des Eingriffs. Ein gutes Monitoring bedeutet, dass der Operateur alle wichtigen Parameter auf einen Blick sehen kann. Außerdem erreicht man im Vergleich zu anderen Technologien besonders niedrige Temperaturen.“ Das alles mache die Ablation nicht nur sehr effektiv und sicher, sondern führe auch zu einem besseren Behandlungserfolg. Und es gibt einen weiteren Vorteil der POLARx-Technologie: „Vorhofflimmern entsteht häufig an den Lungenvenen, die in den linken Vorhof münden. Der POLARx Kryoballon ist sehr flexibel und kann sich optimal an die Lungenvenen anpassen; dies führt zu einem sehr guten und dauerhaften Therapieerfolg.“

Ablauf der Kryoablation

POLARx Kryoballon Katheter © Boston Scientific

Da es sich um einen minimalinvasiven Eingriff handelt, kann das Krankenhaus in der Regel am Folgetag wieder verlassen werden. Auch eine Vollnarkose ist bei den meisten Fällen nicht erforderlich, eine Sedierung reicht in der Regel aus. Um den Ablationskatheter im Herzen zu platzieren, wird dieser über die Leiste bis zum Herzen beziehungsweise bis zur Einmündung der Lungenvene bewegt. Mithilfe eines Kontrastmittels kann der Kardiologe die Position des Katheters ermitteln und diesen korrekt platzieren. Nun kann die Kryoablation erfolgen, das heißt das betroffene Herzgewebe kann mittels sehr kalter Temperaturen bis maximal -70°C verödet werden. Durch diese strategisch platzierte Narbe können elektrische Signale nun nicht mehr weitergeleitet werden, das Vorhofflimmern tritt nicht mehr auf. Nach einer erfolgreichen Kryoablation können die behandelten Personen wieder problemlos ihren beruflichen und privaten Aufgaben nachgehen. Und schon drei bis vier Wochen nach dem Eingriff kann in der Regel wieder Sport getrieben werden.

Angst vor dem Eingriff nehmen

Viele Betroffene scheuen vor einem operativen Eingriff zurück und bevorzugen eine medikamentöse Therapie ihres Vorhofflimmerns. Allerdings sind auch diese als Antiarrhythmika bekannten Arzneimittel keineswegs risikolos. Zudem chronifiziert sich Vorhofflimmern mit jeder weiteren Episode. „Besonders bei jüngeren, ansonsten gesunden Patientinnen und Patienten mit anfallsartigem Vorhofflimmern wird eine Kryoablation schon im Anfangsstadium als Alternative zur medikamentösen Dauertherapie eingesetzt“, sagt Gramlich, denn „die Erfolgsaussichten einer Kryoablation sind sehr gut. Beim Ersteingriff liegen die Erfolgschancen bei 70 bis 80 Prozent.“ Sollte das Vorhofflimmern erneut auftreten, kann der Eingriff wiederholt werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

Vorhofflimmern
•    Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung.
•    Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer schnellen, unkontrollierten Bewegung der Herzvorhöfe.
•    Durch Veränderungen des Blutflusses steigt das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels im Herzen.
•    Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen.
•    Vorhofflimmern kann sich chronifizieren und sollte bereits im Anfangsstadium behandelt werden.

Kryoablation
•    Die Verödung beziehungsweise Ablation der Herzmuskelzellen mit sehr niedrigen Temperaturen.
•    Der flexible Kryoballon-Katheter passt sich an die Lungenvenen an und ermöglicht dem Behandler eine passgenaue Ablation.
•    Die Wahrscheinlichkeit, dass Vorhofflimmern nach einer Kryoablation erneut auftritt, ist im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie deutlich geringer.
•    Die Erfolgsaussichten dieses minimalinvasiven Eingriffs liegen bei 70 bis 80 Prozent.

Kontakt

Boston Scientific Medizintechnik GmbH
Klaus-Bungert-Strasse 8
40468 Düsseldorf
Web: https://www.bostonscientific.com

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