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Implantierter Defibrillator

„Im Ernstfall hilft nur ein Elektroschock“

Von Boston Scientific Medizintechnik GmbH · 2020

Professor Dr. med. Lars Eckardt, Direktor der Klinik für Kardiologie II in Münster, hat täglich mit verschiedenen Herzrhythmusstörungen zu tun. Mit erfahrenen Elektrophysiologen deckt er das Spektrum der rhythmologischen Diagnostik und Therapie ab. Sein Team hat vor 10 Jahren als erstes in Deutschland den subkutan implantierbaren Defibrillator (S-ICD) eingesetzt.

Ein plötzlicher Herzstillstand scheint oft völlig Gesunde zu treffen. Kann er jeden treffen?

Ja, das ist richtig. Im Nachhinein stellt sich zwar meist heraus, dass der Betroffene an einer Herzkrankheit litt, die eventuell nicht bekannt war, aber das eigentliche Ereignis kommt plötzlich und unerwartet.

Welche Herzkrankheiten sind das?

Eine erkrankte Herzmuskulatur als Folge einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder eines Herzinfarkts erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand, ebenso wie strukturelle Veränderungen des Herzens, beispielsweise aufgrund einer Herzschwäche oder Herzentzündung. Weitere Risikofaktoren sind vererbbare Erkrankungen wie spezielle Formen einer Kardiomyopathie oder spezielle sog. Ionenkanalerkrankungen. Gab es in der Familie Fälle von plötzlichem Herztod, sollte man sich unbedingt untersuchen lassen. Das gilt umso mehr, wenn man selbst bereits schnelle, gefährliche Herzrhythmusstörungen überlebt hat.

Was kann man bei erhöhtem Risiko tun?

Ganz wichtig: Die Grunderkrankung muss behandelt werden. Meist erfolgt dies mit Medikamenten. Diese Therapie senkt zugleich oft das Risiko für einen plötzlichen Herztod.

Medikamente können also das Risiko senken, aber nicht sicher verhindern?

Genau. Medikamente reduzieren das Risiko, sind jedoch keine Garantie. Kommt es trotz medikamentöser Therapie zu Kammerflimmern, kann dies nur durch einen Elektroschock mit einem Defibrillator beendet werden.

Defibrillatoren finden sich immer häufiger an öffentlichen Plätzen. Ist das die Lösung? 

Ganz klar, öffentliche Defibrillatoren können Leben retten. Vorausgesetzt, Mitmenschen erkennen die Gefahr und haben keine Angst, einen Defibrillator anzuwenden. Problematisch ist aber, dass sich ein plötzlicher Herzstillstand in den meisten Fällen zu Hause ereignet, oftmals ohne Beisein von anderen. Der Betroffene verliert meist sehr rasch sein Bewusstsein. Er kann also weder um Hilfe rufen noch selbst Gegenmaßnahmen treffen. Es ist daher für Risikopatienten sinnvoll, einen Lebensretter immer bei sich zu haben – einen Lebensretter, der erkennt, wann er benötigt wird. Dies leistet ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator.

Ein implantierter Defibrillator ist somit sicherer als ein externes Gerät?

Für Menschen mit einem bekannten erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod auf jeden Fall. Denn ein implantierter Defibrillator erkennt sehr verlässlich einen gefährlichen, schnellen Herzrhythmus wie Kammerflimmern und gibt automatisch – ohne Eingreifen von außen – einen lebensrettenden Elektroschock ab.

Ist ein implantierbarer Defibrillator für jeden Menschen geeignet, der ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand hat?

Im Prinzip ja. Leider ist es in der Praxis oft schwierig, dass individuelle Risiko des Einzelnen abzuschätzen. Ein Verhindern von plötzlichen Herzstillständen stellt eine besondere Herausforderung an alle Beteiligten unseres Gesundheitssystems dar. Eine intensive Beratung potentiell gefährdeter Personen über mögliche Therapien und insbesondere deren Nutzen und Risiken ist besonders vor einer Entscheidung für einen Defibrillator sehr wichtig. Über dem vermuteten Risiko, zukünftig evtl. eine lebensgefährliche Rhythmusstörung zu bekommen, steht dabei immer die eigene Entscheidung eines Menschen für oder gegen eine Therapie.

Der subkutan implantierbare Kardioverter-Defibrillator (S-ICD)

Produktporträt: S-ICD

Der subkutan implantierbare Kardioverter-Defibrillator (S-ICD) kann Leben retten. Das elektronische Gerät, das in den Körper implantiert wird, überwacht kontinuierlich den Herzrhythmus. Erkennt es einen bedrohlich schnellen Herzrhythmus, gibt es einen Schock ab und vermeidet so einen plötzlichen Herzstillstand. Anders als bei anderen implantierbaren Defibrillatoren sitzt die Elektrode des S-ICDs, über die der elektrische Schock abgegeben wird, direkt unter der Haut und wird nicht ins Herz eingebracht. Das Herz bleibt unberührt.

Kontakt

Boston Scientific Medizintechnik GmbH
Daniel-Goldbach-Straße 17–27
40880 Ratingen
Web: www.bostonscientific.com

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