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Herzinfarkt

Neues Verfahren für Herzinfarkt-Patienten

Von BioVentrix Inc. · 2019

Prof. Dr. Derk Frank

Einen Herzinfarkt erleiden deutschlandweit mehrere Hunderttausend Patienten im Jahr, manche auch zum wiederholten Mal. Ein Infarkt hinterlässt tiefe Spuren im Herzmuskelgewebe, es vernarbt und beeinträchtigt die eigentliche Funktion, das Pumpen des Blutes durch den Körper. Zur Behandlung des so geschwächten Herzens gibt es nun eine neue Methode. Prof. Dr. Assad Haneya und Prof. Dr. Derk Frank vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel erläutern das Verfahren.

Was verursacht einen Herzinfarkt?

Prof. Haneya: Ein Infarkt entsteht meist als Folge einer der koronaren Herzkrankheit. Dabei handelt es sich um eine häufig mit Verkalkungen einhergehende Verengung der Herzkranzgefäße. Das kann irgendwann zur Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff führen und das Herz schädigen.

Prof. Frank: Meist kommt es bei einem Herzinfarkt zu einem plötzlichen partiellen oder vollständigen Verschluss des versorgenden Herzkranzgefäßes. Typische Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen – vor allem erhöhtes Cholesterin –, Diabetes und eine familiäre Veranlagung.

Wie häufig kommen Herzinfarkte in Deutschland vor?

Prof. Frank: Ein akuter Herzinfarkt kam im Jahr 2017 insgesamt über 217.000 Mal vor. Das entspricht 263 Fällen auf 100.000 Einwohner. Männer sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der akute Infarkt ist nach der chronischen koronaren Herzerkrankung die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. 

Prof. Dr. Assad Haneya

Was sind die Folgen eines Infarkts?

Prof. Frank: Während eines akuten Herzinfarkts kann es zu schwerwiegenden Problemen wie lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder gar Pumpversagen kommen. Durch die rasche Behandlung überleben heute mehr Patienten das akute Ereignis als noch vor einigen Jahren. Dennoch verbleibt nicht selten durch das Absterben von Herzmuskulatur eine teils schwer ausgeprägte Einschränkung der Pumpkraft des Herzens. 

Prof. Haneya: Ja, dadurch, dass die Zellen des Herzmuskels für eine bestimmte Zeit keinen oder nicht ausreichend Sauerstoff bekommen, sterben die Zellen ab. Dadurch bilden sich an den Stellen mit abgestorbenem Gewebe Narben. Das führt dazu, dass dem Herzen Muskeln fehlen und es nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen kann. Im schlimmsten Fall dünnt das Gewebe so stark aus, dass es zur Aussackung, auch Aneurysma genannt, kommt. 

Prof. Frank: Leider kann sich Herzmuskulatur im Gegensatz zu vielen anderen Organen nicht oder nur sehr eingeschränkt regenerieren. Die nach einem Infarkt auftretende Pumpschwäche kann deshalb zu einer Herzschwäche führen. Mediziner sprechen dann von einer Herzinsuffizienz.

Wie behandelt man diese?

Prof. Haneya: Nach einem akuten Infarkt muss die Durchblutung des Herzens schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Das heißt: Wir behandeln die Engstellen. In den meisten Fällen bekommen die Patienten kleine Drahtröhrchen – sogenannte Stents – an der Engstelle. Wenn das nicht möglich ist, müssen wir operieren und einen Bypass legen. Wenn das Herz nicht ausreichend Blut durch den Körper pumpt, also eine Herzinsuffizienz vorliegt, kann eine medikamentöse Behandlung helfen. 

Prof. Frank: Wir greifen dabei zunächst auf etablierte Medikamente zurück, deren Wirksamkeit und Sicherheit in großen Studien nachgewiesen werden konnten. Je nach Ausprägung der Herzschwäche, der individuellen Symptomatik und der Verträglichkeit kommen beispielsweise ACE-Hemmer und Aldosteronantagonisten zum Einsatz. Zudem gab es zuletzt einige spannende und vielversprechende Medikamenten-Neuentwicklungen. Weitere Therapiestrategien können bei ausgewählten Patienten auch besondere Herzschrittmacher sein. Bei sehr schweren Fällen können als letzte Möglichkeiten Unterstützungssysteme – also Kunstherzen – oder gar eine Herztransplantation infrage kommen.

Das Revivent-TC-System kann die Lebensqualität verbessern.

Gibt es auch neue Therapien für Infarktpatienten, die anhaltend unter einer Herzinsuffizienz leiden?

Prof. Haneya: Ja, die gibt es. Solche Patienten haben ein vernarbtes Herzgewebe. Durch die Narben und Aussackungen lässt die Pumpleistung nach. Früher wurde in diesem Fall der Brustkorb geöffnet, die Patienten an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und der abgestorbene Bereich operativ entfernt. Jetzt haben wir ein neues Verfahren – das Revivent-TC-System. Ein großer Vorteil dieser Methode für die zumeist sehr kranken Patienten ist, dass der Eingriff durchgeführt werden kann, ohne das Brustbein zu durchtrennen und ohne die linke Hauptkammer des Herzens öffnen zu müssen.Im Vergleich zum konventionellen, offenen Eingriff ist die neue Methode schneller, einfacher, schonender und vermeidet die unerwünschten Nebenwirkungen der Herz-Lungen-Maschine.

Prof. Frank: Das Revivent-TC-System nutzt zwei in der Mitte miteinander verbundene „Anker“, um die vernarbten Anteile zusammenzuziehen und so die Aussackung zu isolieren. Das Volumen der linken Herzkammer wird dadurch verringert, wodurch die Pumpleistung steigt. Es können dabei ein oder mehrere Paare dieser Anker eingesetzt werden. Erfreulicherweise lässt sich dieses System mit einem minimal-invasiven Ansatz einbringen, bei dem Kardiologen und Herzchirurgen eng zusammenarbeiten. 

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Revivent-TC-System?

Prof. Frank: Wir haben am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel die meisten Erfahrungen mit diesem System. Jeder Eingriff war erfolgreich, alle Patienten haben die OP gut überstanden. Ich kann nicht nur von technisch guten Ergebnissen, sondern auch von sehr positiven Rückmeldungen seitens der Patienten berichten. Diese Patienten werden nun kardiologisch weiterbetreut.

Wird diese Methode von allen Krankenhäusern in Deutschland angeboten?

Prof. Haneya: Das System ist seit drei Jahren CE-zertifiziert, und die Kosten werden von Krankenkassen übernommen. Durch überregionale Patientenbehandlung ist es dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gelungen, zahlreichen Menschen mit Herzinsuffizienz dieses hoch spezialisierte Verfahren anzubieten. Mit den bislang erfolgreich implantierten Systemen gehören wir zu den führenden Zentren europaweit, und wir bringen unsere Expertise auch im Rahmen der sogenannten REVIVE-HF-Studie ein, in der die Wirksamkeit des Revivent-TC-Systems weiter untersucht wird.

www.bioventrix.de

Kontakt

BioVentrix Inc.
12647 Alcosta Boulevard Suite 400
San Ramon CA 94583 USA
Web: www.bioventrix.com

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