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Magnesium-Stent

„Gefäßstützen aus Magnesium: Die Lösung für eine regenerative Gefäßtherapie?“

Von BIOTRONIK SE & Co. KG · 2020

Wie wäre es, wenn sich Stents aus körpereigenem Magnesium herstellen ließen und nach getaner Arbeit einfach auflösten? Darüber berichtet Dr. Marcus Wiemer vom Uniklinikum Johannes Wessling in Minden.

Stents gibt es schon seit über 30 Jahren. Was hat sich verändert?

Am Implantationsverfahren an sich nichts. Aber das Stent-Design wurde kontinuierlich verbessert, um das Komplikationsrisiko für Patienten zu minimieren.

Können Sie das genauer ausführen?

Die Aufgabe des Stents ist es ja, ein verengtes Blutgefäß, das mit einem Ballonkatheter für die Durchblutung wieder geöffnet wurde, zu stabilisieren. Klassische Stents sind aus Edelstahl und bleiben – einmal implantiert – für immer im Gefäß. Optimalerweise wächst der Stent in die dünne Endothelschicht der Gefäßwand ein. Geschieht dies nicht, werden Thrombozyten im Blut aktiviert, um die Gefäßverletzung zu verschließen. Hierdurch kann sich eine Thrombose, ein Blutgerinnsel, bilden und zu einem akuten Gefäßverschluss oder Herzinfarkt führen. Resultierende Gewebewucherungen und Vernarbungen können das Gefäß danach erneut verengen. Chemotherapeutika können diese Reaktion jedoch hemmen. Daher haben sich medikamentbeschichtete Stents, sogenannte Drug Eluting Stents (DES), als Standardtherapie heute weitgehend durchgesetzt. 

Wenn Stents Probleme verursachen, wäre es nicht besser, sie später wieder zu entfernen?

Eigentlich schon, denn es zeigt sich, dass Stents das Gefäß dauerhaft reizen und Entzündungsreaktionen hervorrufen können. Da Stents aber mit der Gefäßwand verwachsen, ist das nicht möglich. Hinzu kommt, dass Gefäße keine starren Leitungen sind. Unter Aktivität ziehen sie sich zusammen beziehungsweise weiten sich. Beim Laufen etwa, wo der Körper mehr Sauerstoff benötigt und mehr Blut durch den Körper transportieren muss, dehnen sich unsere Gefäße auf. Permanente Stents können sich diesen Bewegungen nicht anpassen. Eine Lösung könnten bioresorbierbare Gefäßstützten bieten, die flexibler sind und sich nach der Heilung des Gefäßes wieder auflösen. 

Bioresorbierende Stents gab es doch aber schon, oder?

Ja, vor einigen Jahren wurden selbstauflösende Gefäßstützen auf Polymerbasis entwickelt. Die Euphorie war groß und die klinischen Ergebnisse zunächst vielversprechend. Es zeigte sich jedoch, dass Polymer-Stents recht lange brauchen, um sich aufzulösen und das Thromboserisiko so steigt. Daher wurde die Entwicklung der polymerbasierten Scaffolds vor rund zwei Jahren eingestellt.

Erste bioresorbierbare Gefäßstütze auf Magnesiumbasis

Ist der Traum von der regenerativen Gefäßtherapie damit zuende?

Das denke ich nicht. Ich glaube, dass Kunststoff nicht das richtige Material war und wir genau abwägen müssen, wem und wann wir einen resorbierbaren Scaffold einsetzen. Das beweist der Ansatz von Biotronik – statt auf Kunststoff, hat das Unternehmen auf Magnesium gesetzt – ein Elektrolyt, also ein körpereigenes Metall, das der Körper biologisch abbauen kann. 

Klingt vielversprechend. Wie ist der aktuelle Erkenntnisstand zu den Magnesium-Scaffolds?

Biotronik hat es nach dem Flop der Polymer-Scaffolds aktuell nicht leicht, seinen Magnesium-Scaffold zu platzieren. Ich persönlich bin aber von der Ingenieursleistung beeindruckt: Aus 200 Milligramm Magnesium einer Mineralwasserflasche lassen sich bis zu 13 Gefäßstützen herstellen. Gleichzeitig sind Magnesium-Scaffolds fexibel, aber doch so stabil, dass sie das Gefäß über ein Jahr hinweg stützen können. Eine große randomisierte Vergleichsstudie mit dem DES-Standard steht zwar noch aus. Aber die bisherigen Ergebnisse von Registerstudien mit weit mehr als 1.000 Patienten sind vielversprechend.

Magmaris - Resorbable Magnesium Scaffold

Kontakt

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Woermannkehre 1
12359 Berlin
Web: www.biotronik.com

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