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Schlag auf Schlag – Der Herzschrittmacher

Von Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. · 2017

Prof. Dr. Andreas Markewitz, Herzchirurg und Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.
Prof. Dr. Andreas Markewitz, Herzchirurg und Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

Prof. Dr. Andreas Markewitz, Herzchirurg und Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. erklärt Hintergründe zu Herzrhythmusstörungen und den Einsatz von Herzschrittmachern.

Der Impuls zum Herzschlag wird in der Regel mit 60 bis 80 mal pro Minute durch den Taktgeber, den sogenannten Sinusknoten, ausgelöst. Dieser wandert über spezielle Leitungsbahnen zum AV-Knoten, der am Übergang von den Herzvorhöfen zu den Herzkammern liegt und die Erregung über nachgeschaltete Leitungsbahnen auf die Muskelzellen der Herzkammern überträgt, die daraufhin kontrahieren und so den Blutkreislauf gewährleisten. Schlägt das Herz wegen einer Störung des Impulses oder der Weiterleitung zu langsam wird dies medizinisch als Bradykardie bezeichnet. In Folge der resultierenden Sauerstoffunterversorgung können Symptome wie Atemnot, Schwindel, Erschöpfung bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten.

Nach genauer Diagnosestellung erfolgt die Behandlung durch Einpflanzung eines Herzschrittmachers, der den Herzrhythmus durch Regulation der Herzfrequenz korrigiert. Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten langsamer Herzrhythmusstörungen (Bradykardien), die mit einem permanenten Herzschrittmacher behandelt werden sollten. Bei genauer Betrachtung kann man Störungen der Reizbildung und Störungen der Reizleitung unterscheiden. Etwa 40 Prozent aller Krankheiten mit zu langsam schlagendem Herzen sind auf Probleme mit dem Sinusknoten, das heißt eine Störung der Reizbildung, zurückzuführen. Die daraus resultierende Erkrankung, das Sinusknoten- oder Sick-Sinus-Syndrom, wird mit einem Herzschrittmacher behandelt, der zwei Sonden hat (Zweikammerschrittmacher).

Ein Herzschrittmacher
Ein Herzschrittmacher. Bild: Swapan

Weitere 40 Prozent bradykarder Herzrhythmusstörungen gehen auf ein Problem bei der Reizleitung zurück, das ebenfalls mit einem Zweikammerschrittmacher behandelt wird. Rund 20 Prozent der Herzschrittmacher werden wegen Vorhofflimmerns mit langsamem Herzkammerersatzrhythmus, der sogenannten Bradyarrhythmia absoluta, implantiert. Beim Vorhofflimmern agieren die Zellen der Vorhöfe völlig unkoordiniert und erzeugen ein mechanisch ineffektives Zucken mit einer Frequenz von 300 bis 600 Impulsen pro Minute. Glücklicherweise werden nicht alle dieser irregulären Impulse auf die Herzkammern übergeleitet, wodurch das Herz jedoch unregelmäßig schlägt: mal zu schnell, mal zu langsam. Schlägt es dauerhaft zu langsam, sprechen Mediziner von einer Bradyarrhythmia absoluta. In diesem Fall ist die Implantation eines Herzschrittmachers mit einer Sonde indiziert (Einkammerschrittmacher), der nur in der Herzkammer aktiv ist.

Die Implantation eines Herzschrittmachers ist heute eine 30-60minütige Routineoperation und erfolgt nahezu ausschließlich in örtlicher Betäubung. In Deutschland wurden 2016 mehr als 77.000 Herzschrittmacher eingesetzt. Nach einer Herzschrittmacher-Implantation ist eine jährliche Funktionskontrolle notwendig. Die Kosten für ein Herzschrittmacheraggregat variieren in Abhängigkeit von seinen Eigenschaften von ungefähr 500 bis 5000 Euro.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
E-Mail: sekretariat@dgthg.de
Web: http://www.dgthg.de

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