Gefäßtherapie

Freier Fluss ohne Ecken und Kanten

Von Tobias Lemser · 2016

Von der kleinen Zehe über den Bauchraum bis hin zum Scheitel – wie ein Netz ist unser Körper von einem einzigartigen Gefäßsystem durchzogen, das alle Organe und Gewebeteile mit Nährstoffen versorgt. Doch was passiert, wenn sich Hindernisse in die Blutbahn stellen? Mit welchen therapeutischen Maßnahmen gilt es dann umgehend einzugreifen?

Innovativ, ausgeklügelt und bis in den letzten Hauswinkel mit Leitungen vernetzt: Im Smart Home der Zukunft bleiben so gut wie keine Wünsche offen. Vergleicht man es jedoch mit dem menschlichen Gefäßsystem, gibt es noch erheblichen Nachholbedarf. Denn unser Leitungssystem hilft nicht nur, die Körpertemperatur zu regulieren, sondern ist zudem äußerst weich und biegsam, sodass es Stöße aushalten und sich den Bewegungen des Körpers anpassen kann. Ganz davon abgesehen, dass sich unsere Gefäße selbst reparieren und ihre Kapazitäten nach Bedarf anpassen können. Und das Wichtigste überhaupt: Sie befördern eine erstaunliche Vielzahl von Hormonen, chemischen Botenstoffen und wirksamen Abwehrstoffen.

Ohne Venen und Arterien läuft nichts

Entscheidend, damit sämtliche Nährstoffe über den Blutkreislauf am richtigen Ort ankommen, sind die Venen und Arterien. Während die Arterien das Blut vom Herzen wegtransportieren, führen es die Venen wieder zu unserem Antriebsmotor zurück. Nicht zu vergessen die winzigen Kapillaren zwischen Venen und Arterien, die sich wie ein Netz durch den gesamten Körper ziehen und dafür sorgen, dass der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe zustande kommt. Gefahr droht jedoch, wenn sich die Gefäße verengen, so wie etwa bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK – einer Erkrankung, bei der sich Plaques an der Gefäßwand ablagern und den Blutfluss einschränken. Brechen sie auf, können sich Blutplättchen festsetzen und zu einem Blutgerinnsel führen, wodurch sich das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder akuten Gefäßverschluss im Bein erheblich erhöht.

Angioplastie führt zum Erfolg

Entscheidend im Umgang mit PAVK ist es, Risikofaktoren wie das Rauchen auszuschalten und sich viel zu bewegen. Neben dem Einsatz blutgerinnungshemmender Medikamente verspricht die Angioplastie gute Erfolge. Dabei wird ein Ballonkatheter durch die Verengung geschoben und so stark aufgeblasen, dass die Kalkablagerung an die Gefäßwand gepresst wird. In vielen Fällen setzen die Herzspezialisten zusätzlich an dieser Stelle einen Stent ein, um das Gefäß offen zu halten. Alternativ kann jedoch auch ein Bypass infrage kommen. Dabei werden die verengten Gefäße künstlich in der Regel mit körpereigenen Gefäßen überbrückt – ein Eingriff, der heute immer häufiger minimal-invasiv durchgeführt wird. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die technische Ausstattung der Operationssäle immens fortgeschritten ist und inzwischen sämtliche Geräte – ähnlich wie im Smart Home – untereinander vernetzt sind.

Quelle: © Deutsche Gesellschaft für Angiologie, 2015
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