TAVI

Eine neue Herzklappe via Katheter

Von Katja Müller · 2016

Schwindel, Brustschmerzen, Atemnot: Diese Symptome weisen nicht selten auf ernste Erkrankungen hin. Häufig stellen Ärzte die Diagnose „Aortenklappenstenose“. Wird diese Verengung einer der vier Herzklappen entdeckt, muss in der Regel operiert werden. Bei älteren Patienten kommt aber auch eine Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) infrage.

Herzklappenerkrankungen nehmen stetig zu. Das geht aus dem aktuellen Deutschen Herzbericht der Deutschen Herzstiftung und der ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie, Herzchirurgie und Kinderkardiologie hervor. Im Jahr 2014 wurden in den 78 herzchirurgischen Zentren hierzulande 31.359 Eingriffe an den Herzklappen durchgeführt – am häufigsten aufgrund einer Aortenklappenstenose, sprich einer Verengung der Herzklappen durch Verkalkung. Bei diesem Herzfehler ist eine Operation am offenen Herzen „Goldstandard“. Für manche Menschen aber ist sie ein Risiko: „Vor allem ältere Patienten mit Vorerkrankungen konnten früher nicht immer ausreichend behandelt werden“, berichtet Professor Volker Schächinger, Direktor der Kardiologie am Klinikum Fulda und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. Mit „früher“ meint der Experte die Zeit vor dem Einsatz der sogenannten Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI), die heute 28,8 Prozent der Eingriffe insgesamt ausmacht.

Stetige Weiterentwicklung der Methode

Seit 2005 erziele man mit TAVI gute Ergebnisse, hält der Experte fest. Dabei wird eine künstliche Herzklappe mittels eines Katheters etwa über eine Arterie in der Leistengegend in den Körper eingeführt. „Für ältere Menschen bietet TAVI die Chance, sich ein Stück Lebensqualität zu erhalten“, so Schächinger. Inzwischen werde die Methode aber auch bei etwas weniger hochbetagten Patienten angewendet. Es gebe neuere Studien, die auf diesem Gebiet Erfolge vermelden könnten. Doch Schächinger rät zur Vorsicht: „Bei OPs gibt es eine gute Datenlage, wir wissen, wie es den Patienten nach zwanzig Jahren geht. Da TAVI bisher hauptsächlich bei Menschen ab 80 eingesetzt wurde, lässt sich über die langfristige Haltbarkeit der verwendeten Klappen noch wenig sagen.“ Fakt sei aber, dass die Methode stetig weiterentwickelt wird. So sind Herzklappen und Katheter dünner als früher, mittels bildgebender Verfahren kann die benötigte Größe der künstlichen Klappe zudem besser ermittelt werden.

Auf eine umfassende Versorgung achten

Trotz aller Fortschritte ist eine umfassende Versorgung des Patienten das A und O. Diese sollten darauf achten, dass eine Klinik bestimmten Kriterien genügt. So gibt es in Deutschland 27 TAVI-Zentren, die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert wurden und gewissen Qualitätsstandards genügen. In jedem Fall aber komme es auf die Ausstattung einer Klinik und die Kooperation zwischen Herzchirurg und behandelndem Kardiologen an, so Schächinger: „Nur so kann die für den individuellen Patienten beste Behandlungsmethode bestimmt werden.“

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