Vorhofflimmern

Das EKG geht neue Wege

Von Nadine Effert · 2017

Ein Arzt zeigt mit dem Stift auf ein EKG
Das EKG zeigt den Herzrhythmus grafisch auf.

Der Takt des Herzschlags passt sich ständig an. Passt er nicht zur Situation, macht das schnell Angst. Fakt ist: Dahinter kann ein Vorhofflimmern stecken. Damit ist nicht zu spaßen: Ein Schlaganfall droht. Mit Home Monitoring, Pflaster und App sollen Auffälligkeiten schneller aufgespürt werden.

Herzrhythmusstörungen gehören zu den häufigsten Herzkrankheiten. Das Problem: Sie treten in der Regel sporadisch auf und sind daher mit konventionellen Methoden wie Ruhe- oder Langzeit-EKG schwer zu diagnostizieren. Die Folge: Die Erkrankung wird sehr spät oder gar nicht erkannt und behandelt. Erschwerend kommt hinzu, dass ein kurzfristig auftauchendes Herzstolpern oder -rasen für viele Menschen kein Grund ist, einen Arzt aufzusuchen. Im Fall von Vorhofflimmern kann das zur lebensbedrohlichen Folge namens Schlaganfall führen. Etwa jeder fünfte geht auf das Konto der häufigsten Herzrhythmusstörung. 

Gefahr von Blutgerinnseln vermeiden

Das Schlaganfall-Risiko ließe sich laut Experten um 70 Prozent senken, wenn Patienten frühzeitig mit Blutverdünnern versorgt werden. Das bedingt eine verbesserte Früherkennung von Vorhofflimmern. Lösungen jenseits des klassischen EKGs gibt es bereits: zum Beispiel nur wenige Zentimeter große implantierbare  EKG-Geräte. Neu ist, dass der Patient zum Auslesen der Daten nicht mehr zum Arzt muss. Das Zauberwort lautet: „Home Monitoring“. Der Implantatträger kann über ein mobiles Gerät in der Größe eines Handys den Rekorder über eine Herzrhythmusstörung informieren. Per Knopfdruck in Brusthöhe wird ein Marker in die Aufzeichnungen gesetzt. Der Patient erfährt umgehend, ob das Herzrasen oder -stolpern harmlos war oder rät zum Arztbesuch. 

Häusliche Früherkennung im Kommen

Mobile Alternativen zum Implantat: zum Beispiel EKG-Geräte, die im Falle eines Events auf der Brust gelegt werden und ein EKG aufzeichnen, und Smartphone-Apps, mit denen der Herzrhythmus erfasst, analysiert und überwacht werden kann. Im Rahmen einer klinischen Studie am Barts Heart Center in London wurden jüngst zwei solcher digitalen Helfer an Patienten mit Vorhofflimmern getestet – mit guten Ergebnissen in puncto Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Messung, sowie Akzeptanz bei den Nutzern. Eine neue klinische Studie startet demnächst im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Auf dem Prüfstand: ein neues „Rhythmuspflaster“, das über einen Mini-Monitor als Aufzeichnungseinheit verfügt. Er kann den Herzrhythmus für bis zu zwei Wochen aufzeichnen. „Neben der Frage, wie oft wir auch klinisch unauffälliges Vorhofflimmern finden, möchten wir auch herausfinden, wie häufig und wie lange man messen muss, um alle Fälle zu erfassen“, erklärt Dr. Rolf Wachter vom Universitätsklinikum Leipzig. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. Sie werden mit Sicherheit dazu beitragen, Schlaganfälle weiter zu reduzieren.

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